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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Goal-Chef Marcus Rominger über den Gehaltsverzicht der Handballer

Handball Symbolbild

Die Liga pausiert, für einige Clubs wird es in der Corona-Krise "brutal eng": Deshalb hat die Handballer-Gewerkschaft nun einen Gehaltsverzicht der Profis beschlossen.

Die Spielergewerkschaft Goal Deutschland hat sich angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit der Handball-Bundesliga (HBL) auf einen Gehaltsverzicht seiner Profis verständigt. "Es ist klar, dass auch wir Spieler unseren Teil leisten wollen", sagte Nationaltorhüter und Goal-Vorstand Johannes Bitter. Zuletzt hatten Spitzenfunktionäre der HBL öffentlich einen Gehaltsverzicht der Akteure angeregt.

"Unsere Spieler sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Für einige Clubs wird es brutal eng, die Arbeitsplätze im Berufssport sind in Gefahr. Auch über die aktuelle Saison hinaus", sagte Goal-Chef Marcus Rominger. Bitter berichtete von "zielführenden Gesprächen" mit der HBL: "Es werden Lösungen gefunden, die für beide Seiten unter den gegebenen Umständen verträglich sind."

Keine große Gewinnmaximierung

Über die Höhe der Gehaltseinbußen ist bislang nichts bekannt. "Es ist in jedem Club unterschiedlich. Konkrete Zahlen kriegen wir meistens nicht. Für uns ist es wichtig, dass Spieler und Vereine damit leben können", so Rominger im Gespräch mit dem hr-sport.

Bei den Vereinen ist das finanzielle Polster aber häufig nicht vorhanden. "Es darf sich keiner vorstellen, dass so ein Handballverein auf große Gewinnmaximierung aus ist. Wenn die schwarze Null erreicht ist, knallen da quasi schon die Korken."

Pause bis mindestens 22. April

Bei den individuellen Vereinbarungen geht es zunächst um den Zeitraum bis Ende Juni. "Die Frage, was ab dem 1.7. passiert, muss zeitnah gelöst werden", sagte Rominger. "Die Jungs sind zuhause und machen sich Gedanken."

Die Zeit bis zum eigentlichen Saisonende sei halbwegs überschaubar. "Das kriegen alle mit mehr oder weniger Einschränkungen hin. Was dann aber kommt, steht halt noch in den Sternen und ist völlig undefiniert. Ich gehe stark davon aus, dass die Sponsoren dann auch bestehende Verträge in Frage stellen", sagte Rominger mit Blick auf die Vereine.

Die aktuelle Spielzeit ruht inzwischen seit knapp zwei Wochen, sie ist wegen der Corona-Krise zunächst bis einschließlich 22. April ausgesetzt. Danach soll es nach Möglichkeit weitergehen. Rominger hofft dafür auch auf weitere Hilfe durch den Staat.

MT sieht Personalkosten als "Ansatzpunkt"

In Hessen sind die Bundesliga-Teams MT Melsungen und HSG Wetzlar betroffen. "Jeder Club muss grundsätzlich für sich entscheiden, welche Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherung notwendig sind", hieß es von der MT am Mittwochmittag – also vor der Meldung des Gehaltsverzichts der Profis – auf Anfrage des hr-sport. "Fakt ist, dass die Personalkosten einen der größten Etatpositionen darstellen und dies insofern ein Ansatzpunkt sein kann." Die HSG wollte auf Anfrage mit Verweis auf "vertragliche Angelegenheiten" keine Auskunft geben.