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Handball-WM: Erleichterung und Entwarnung bei der deutschen Mannschaft

Erst teilt er aus, dann steckt er ein: Bei der Handball-WM hat der Melsunger Nationalspieler Kai Häfner rund um den deutschen Auftaktsieg gegen Katar einiges erlebt. Bis zum nächsten Spiel sollten sich seine Ohren aber wieder abgekühlt haben.

Für Kai Häfner ist die Freizeitgestaltung nach dem WM-Auftaktsieg der deutschen Handballer gegen Katar am Freitagabend nicht annähernd so erfolgreich verlaufen wie das mit 31:27 gewonnene Spiel. "Meine Ohren glühen noch von gestern, weil ich beim Kartenspielen oft verloren habe. Da gibt es zur Bestrafung immer einen Ohren-Schnipser. Das war nicht so schön", berichtete Häfner am Samstag.

Im Duell mit dem Asienmeister hatte der 33 Jahre alte Rückraumspieler und Kapitän vom Bundesligisten MT Melsungen fünf Tore erzielt und damit großen Anteil am erfolgreichen Start der DHB-Auswahl in die Endrunde in Polen und Schweden gehabt. Neben Kartenspielen steht bei den deutschen Spielern in der Freizeit vor allem Darts hoch im Kurs.

Golla: Brauchen eine Top-Leistung

Vor der wegweisenden Vorrundenpartie gegen Serbien am Sonntag (18 Uhr, live im Ersten und im Stream auf sportschau.de) ist die Ausgangslage so oder so klar: Mit einem Erfolg gegen den stärksten Gegner in der Gruppe E wäre der Einzug in die Hauptrunde bereits perfekt. Eine Niederlage dagegen könnte empfindliche Folgen für den weiteren Verlauf des Turniers haben.

"Ich glaube, dass wir in allen Bereichen eine Top-Leistung brauchen", sagte der gebürtige Rüdesheimer Johannes Golla im polnischen Kattowitz. "Wir dürfen uns diese Schwächephasen nicht mehr erlauben." Was der 25-Jährige genau meinte, war die zweite Halbzeit beim Auftaktsieg gegen Katar. Obwohl die DHB-Auswahl die Partie lange Zeit im Griff hatte, warf sie ihren klaren Vorsprung nach der Pause fast noch aus der Hand.

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Los geht's! Rüdesheimer Golla startet in die WM | hessenschau Sport vom 13.01.2023

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Was Golla mit seiner Warnung auch andeutete: Gegen die Serben darf das nicht mehr passieren. "Wenn wir in dem Turnier weit kommen wollen, dann wissen wir, dass wir aus der Gruppe alles mitnehmen müssen - natürlich auch gegen Serbien", sagte der Kreisläufer.

Weil die besten drei Teams aus der Vierergruppe weiterkommen, würde die deutsche Mannschaft den Einzug in die Hauptrunde zwar auch bei einer Niederlage noch locker schaffen können. Allerdings werden die Punkte aus der Vorrunde in die Hauptrunde mitgenommen.

Häfner erwartet "brutal gute" Serben

Serbien wäre bei einem Sieg gegen Deutschland sicher weiter. Was bedeuten würde, dass die DHB-Auswahl beim Einzug in die nächste Phase die zwei Minuspunkte aus diesem Spiel mitnehmen würde. Eine Hypothek, die sich im weiteren Verlauf der Endrunde rächen könnte. Wozu die Serben fähig sind, deutete sich bereits in ihren zwei WM-Vorbereitungsspielen gegen Schweden an.

Die erste Partie gegen den Europameister verlor Serbien nur knapp mit 34:35, im zweiten wurde der Favorit mit 30:28 bezwungen. Der Kader ist besetzt mit international erfahrenen Akteuren wie Petar Djordjic oder Lazar Kukic. "Die Serben haben eine brutal gute Mannschaft. Die werden uns das Leben schwer machen. Da müssen wir voll da sein, sonst wird es schwierig", sagte Rückraumspieler Häfner. Und schwierig ist es beim Kartenspielen ja schon genug.