Steffen Fäth jubelt nach einem Tor gegen Island
Steffen Fäth war der überragende Mann gegen Island. Bild © picture-alliance/dpa

Der Frankfurter Steffen Fäth hat die deutsche Mannschaft bei der Handball-WM auf Halbfinal-Kurs gebracht. Mit sechs Toren hatte der Rückraumspieler entscheidenden Anteil am Hauptrundensieg gegen Island.

Die deutschen Handballer haben bei der Heim-WM Kurs auf das Halbfinale genommen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop besiegte zum Start der Hauptrunde am Samstag Island 24:19 (14:10) und übernahm mit 5:1 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe I.

Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) vor 19.250 Zuschauern in der ausverkauften Kölnarena war Steffen Fäth mit sechs Toren. Der gebürtige Frankfurt wurde direkt nach der Partie folgerichtig zum "Man of the Match" gekürt. Am Montag (20.30 Uhr) trifft das DHB-Team im Duell der Ex-Weltmeister auf Kroatien. Zum Abschluss der Hauptrunde wartet am Mittwoch Europameister Spanien (20.30/ARD).

Guter Beginn, dann leichte Fehler

Prokop nahm einige Stunden vor der Begegnung seinen ersten von möglichen drei personellen Wechseln vor. Europameister Kai Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf rückte für den Leipziger WM-Debütanten Franz Semper in das Aufgebot. Steffen Weinhold kehrte nach seiner im Frankreich-Spiel erlittenen Adduktorenzerrung zumindest in den Kader zurück. 

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Unter den Augen von Handball-Ikone Joachim Deckarm, der seinen 65. Geburtstag zusammen mit den 78er-Weltmeistern feierte und sichtlich bewegt dem Ständchen in der Halbzeitpause lauschte, kamen die Gastgeber in ihrem "Wohnzimmer" glänzend ins Spiel. Fäth hämmerte den Ball zum 5:2 in den Winkel (7.). Danach schlichen sich allerdings einige Fehler ins Spiel des Gastgebers ein. Einige Anspiele fanden den Mitspieler nicht, gute Torchancen blieben ungenutzt. Im Positionsangriff tat sich die DHB-Auswahl schwer. Der Ex-Kieler Aron Palmarsson traf zur ersten Führung der Gäste (6:5/13.).

"Sensationelle Stimmung"

Prokop reagierte sofort und nahm eine Auszeit. "Wir müssen bei uns bleiben und dürfen uns nicht verrückt machen lassen", forderte der Bundestrainer. Seine Spieler hörten gut zu. Der Innenblock um Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler war schier unüberwindbar, und die daraus resultierenden Ballgewinne nutzte der dreimalige Weltmeister immer wieder zu leichten Toren. Das DHB-Team setzte sich so von 9:9 (22.) auf 13:9 (27.) ab - die Arena kochte. Bezeichnend für das deutsche Spiel war der Treffer zum zwischenzeitlichen 12:9: Paul Drux erkämpfte sich mit einem Hechtsprung den Ball, Patrick Groetzki leitete sehenswert zu Gensheimer weiter, der eiskalt vollendete.

"In einigen Situationen können wir noch etwas wacher sein. Wir spielen es aber gut. Wenn wir so weitermachen, werden wir das Spiel hundertprozentig gewinnen", sagte Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause, während sich Ex-Bundestrainer Heiner Brand, der Deutschland beim Wintermärchen 2007 zum WM-Titel geführt hatte, beeindruckt von der "sensationellen Stimmung" zeigte.

Wolff klatscht mit Fan ab

Die kampfstarken Isländer gaben aber auch ohne Palmarsson nicht auf, der nach rund 20 Minuten angeschlagen von der Platte musste. Der Olympia-Zweite von 2008 verkürzte auf 16:18 (41.). Doch ein gehaltener Siebenmeter von Wolff und und Fäths Treffer zum 20:16 (45.) brachten die DHB-Auswahl wieder auf Kurs. Nach einer Wahnsinnsparade klatschte Wolff (zwölf gehaltene Bälle) in der Schlussphase mit einem kleinen Fan hinter seinem Tor ab, die schwarz-rot-goldene Party in der Arena hatte da schon längst begonnen.

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Deutschland - Island 24:19 (14:10)

Tore für Deutschland: Fäth (Rhein-Neckar Löwen/6), Gensheimer (Paris/5/2), Drux (Berlin/4), Häfner (Hannover/2), Strobel (Balingen/2), Pekeler (Kiel/2), Wiencek (Kiel/2), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen/1)

Tore für Island: Gunnarsson (6/2), Palmarsson (3), Gudmundsson (3), Gudjonsson (2), Arnarsson (2), Kristjansson (1), Elisson (1), Gislason (1)

Zuschauer: 19.250 (ausverkauft)

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Sendung: hr-iNFO, 19.01.2019, 22.30 Uhr