Johannes Golla

Johannes Golla aus Hessen ist neuer Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Bundestrainer Alfred Gislason machte ihn zum Nachfolger von Uwe Gensheimer.

Alfred Gislason fackelte nicht lange. Die Nachfolge-Regelung für Uwe Gensheimer, den langjährigen DHB-Kapitän, entschied der Bundestrainer ohne viel Firlefanz und kürte Johannes Golla gleich zum Auftakt des Lehrgangs in Düsseldorf zum neuen Anführer der deutschen Handballer. "Johannes Golla ist eine Konstante in Abwehr und Angriff. Und uns ist wichtig, dass ein Kapitän beides spielt", begründete Gislason seine Entscheidung, die er der neu formierten Mannschaft direkt beim ersten Training mitteilte. 

Am kommenden Freitag, ausgerechnet seinem 24. Geburtstag, wird der gebürtige Rüdesheimer das DHB-Team beim Länderspiel in Luxemburg gegen Portugal erstmals auf das Feld führen. "Ich bin dankbar für das Vertrauen. Dieses Amt übernehmen zu dürfen, ist eine riesige Ehre", sagte Golla. 

Wechsel von Melsungen nach Flensburg 2018

Der Kreisläufer, der 2018 von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt wechselte, erzielte in seinen bisherigen 31 Länderspielen 84 Tore - und tritt nun in riesige Fußstapfen. Vorgänger Gensheimer war in den vergangenen Jahren hierzulande nicht weniger als das Gesicht der gesamten Sportart - bis er seine Laufbahn im DHB-Dress nach den Olympischen Spielen in Tokio nach knapp 16 Jahren beendete.

Was angesichts einiger anderer prominenter Namen im Team auf den ersten Blick wie eine Überraschung anmutet, ist bei genauerer Betrachtung keine. Golla! Wer sonst sollte diese junge, unerfahrene Mannschaft durch die Phase des Umbruchs führen? Golla gilt als integrer, ehrlicher Profi, der genau das verkörpert, was das deutsche Team mit Blick auf die großen Turniere im eigenen Land (EM 2024 und WM 2027) braucht: Mentalität, Fleiß und Qualität.

Spitzname Kampfsau

Auf dem Spielfeld mit seinen 1,95 m Körpergröße und 112 Kilogramm Gewicht eine Urgewalt, abseits davon ausgesprochen ruhig und bescheiden - das ist Johannes Golla. Seit seinem Länderspiel-Debüt am 9. März 2019 besticht er im Nationalteam regelmäßig mit starken Vorstellungen. Und auch im Verein spult der 23 Jahre alte Modellathlet Woche für Woche Topleistungen ab.

Auf der ganz großen Handballbühne fiel Golla erstmals Anfang 2020 auf. Bei der Europameisterschaft hatte er noch keine Sekunde gespielt, da hatte er seinen Spitznamen schon weg. Als "Kampfsau" wurde Golla den Millionen Fernsehzuschauern vorgestellt, Co-Trainer Erik Wudtke hatte den nachnominierten Golla vor dessen Turnier-Premiere so genannt.

"Er ist eine Maschine"

Seine steile Karriere zeichnete sich schon früh ab. Schon als er im Sommer 2018 von der MT Melsungen nach Flensburg wechselte, galt er als Rohdiamant. SG-Meistertrainer Maik Machulla nannte ihn gegenüber der dänisch-deutschen Tageszeitung Flensburg-Avis damals eine "Maschine. Ich bin wirklich beeindruckt, in was für einer Verfassung er als erst 20-Jähriger ist." Jetzt, gute drei Jahre später, tritt er als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft die Nachfolge Uwe Gensheimers an.

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