Jubel bei der HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar will eine starke Saison in der Handball-Bundesliga mit der Qualifikation für die European League krönen. Wider Erwarten könnte schon Platz sechs zur Erfüllung des großen Traums reichen.

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HSG Wetzlar Trainer Ben Matschke im Interview

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Während die Profi-Fußballer dieses Kontinents bereits an den Stränden dieser Welt liegen, beginnt bei den Profi-Handballern dieses Kontinents die heiße Phase der Saison. Das Champions-League-Finale steigt erst Mitte Juni, in der Handball-Bundesliga stehen noch drei Spieltage und jede Menge Entscheidungen an. Das Meisterrennen ist zwar so gut wie durch, besonders spannend ist aber der Kampf um die europäischen Plätze. Mittendrin: die HSG Wetzlar.

Drei Siege sollen her

Die Mittelhessen, die sich in Jahr eins nach dem Abschied von Trainer-Ikone Kai Wandschneider eigentlich in einer Übergangs-Saison befinden, haben die Spitzenteams der Liga in den vergangenen Wochen und Monaten gleich reihenweise geärgert und sich im oberen Tabellen-Drittel festgebissen. Trotz einer Schwächephase mit zuletzt sechs Niederlagen in acht Partien gehen die Wetzlarer als Tabellen-Sechster in den Endspurt. Klares Ziel: die European League.

"Wir haben noch drei Spiele und wollen alle drei Spiele gewinnen", gab Filip Mirkulovski, der seine aktive Karriere nach diesen drei Spielen beenden und dann seine Stelle als Sportlicher Leiter antreten wird, die Marschrichtung vor. Drei Spiele, sechs Punkte. Aber reicht das überhaupt?

Platz sechs könnte doch reichen

Klar ist, dass die Bundesliga auch in dieser Saison zwei Startplätze in der Champions League sicher hat und zudem drei Teams in die European League schicken darf. Heißt also: Die beiden Erstplatzierten starten in der Königsklasse, der Dritte, Vierte und Fünfte kommt in den Genuss des etwas kleineren internationalen Wettbewerbs. Der Sechstplatzierte, aktuell wäre das die HSG Wetzlar, geht leer aus. So zumindest war der Stand bis zum Mittwoch.

Seit Donnerstag ist die Hoffnung der Mittelhessen auf eine Teilnahme am europäischen Wettbewerb um einiges größer geworden. Wie die Handball-Bundesliga dem hr-sport auf Anfrage mitteilte, könnte wider Erwarten plötzlich doch auch Platz sechs für Europa reichen. Laut einem Sprecher konnte die Liga trotz der Final-Niederlage des SC Magdeburg in der European League einen weiteren Startplatz beantragen - und hat dies bereits getan. Im Falle eines Sieges der Magdeburger wäre der Platz in jedem Fall an einen deutschen Club vergeben worden.

Entscheidung fällt Mitte Juli

Noch sei die Entscheidung zwar nicht final gefallen. Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass dementsprechende Anträge in der Regel auch gebilligt werden. Heißt: Wetzlar steht - Stand jetzt - mit einem Bein in der European League. Offiziell wird das Ganze allerdings erst nach der Saison, die EHF wird die Aufteilung der Startplätze erst Mitte Juli verkünden.

"Es ist außergewöhnlich, dass wir da stehen, wo wir stehen. Unser Ziel ist es, die letzten Spiele zu gewinnen", fasste HSG-Geschäftsführer Björn Seipp die Ausgangslage zusammen. "Das, was wir möglich machen können, ist ein Geschenk. Wir haben in dieser Saison gezeigt, was man mit harter Arbeit, Fingerspitzengefühl und klugen Entscheidungen schaffen kann", so Seipp. Die Krönung dieser Spielzeit könnte mit der Qualifikation für Europa noch folgen.

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Platz sechs könnte reichen

In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, dass Platz sechs nicht für Europa reichen würden. Das war bis zum Mittwoch auch noch der richtige Stand. Die Mitteilung der EHF an die Handball-Bundesliga und der Antrag des weiteren Startplatzes erfolgten am Donnerstag.

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