Das Team der HSG Wetzlar in der Vorbereitung.

Es ist das Jahr eins nach der Ära Kai Wandschneider: Die HSG Wetzlar geht mit neuem Personal und ganz neuen Ideen an den Start. Doch kann der Klub weiterhin die Großen ärgern?

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Handball-Clubs voller Vorfreude auf Saisonstart mit Fans

Spieler der HSG Wetzlar halten ein Banner hoch: "Danke an die besten Fans der Liga"
Ende des Audiobeitrags

In dieser Woche startet die Handball-Bundesliga in die neue Saison. Auch die beiden hessischen Vertreter legen los: Die MT Melsungen tritt am Mittwoch auswärts beim TBV Lemgo Lippe an (19:05 Uhr), am Donnerstag spielt die HSG Wetzlar bei den Füchsen Berlin (19:05 Uhr). Hier geht es zu unserer Vorschau (Teil 2): HSG Wetzlar. (Hier geht es zu Teil 1: MT Melsungen)

Das war's: Daran muss man sich bei der HSG Wetzlar erst einmal gewöhnen: Zum ersten Mal nach langer Zeit wird nicht mehr Kai Wandschneider als Trainer an der Linie stehen. Im Juni endete nach über neun Jahren eine Ära in Wetzlar. Der "Handball-Philosoph" schaffte es immer wieder, die HSG trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten und großen personellen Verlusten fern der Abstiegsnöte zu halten. In der vergangenen Saison landete das Team sogar auf Platz zehn mit Tuchfühlung zu den euopäischen Plätzen.

Videobeitrag

Video

zum Video Emotionaler Abschied von HSG-Trainer Kai Wandschneider.

Die Zeit von Kai Wandschneider bei der HSG Wetzlar geht zu Ende.
Ende des Videobeitrags

Neben Wandschneider verließen die Spieler Philip Henningsson (Kristianstad), Tibor Ivanisevic (Gummersbach), Kristian Björnsen (Aalborg) und Anton Lindskog (Flensburg) die HSG. Wieder mal ein Aderlass - dem sich nun ein Neuer annehmen muss.

Das ist neu: Und der Neue heißt Benjamin Matschke, der Coach kommt von den Eulen Ludwigshafen. In seinem ersten Interview mit den Klubmedien zeigte sich der 39-Jährige begeistert von der neuen Aufgabe: "Es ist ein Privileg für mich, hier zu arbeiten." Auffällig: Matschke kündigte ein neues Deckungssystem an, "um eine echte Alternative zur 6:0-Deckung zu haben".

Außerdem hob er bei der Einordnung der Neuzugänge immer wieder aufs Tempo ab: Domen Novak (RK Celje) als Gegenstoßspieler auf Rechtsaußen und Adam Nyfjäll (Kristianstad) am Kreis mit Stärken im Tempospiel. Der dritte Neue kommt aus der Nähe: Felix Danner wechselt von der MT Melsungen zur HSG, er könnte sowohl in der Defensive als auch in der Kabine direkt eine Führungsfigur werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Wandschneider über Teamführung: "Angstfreier Austausch auf Augenhöhe"

Kai Wandschneider im Interview 3
Ende des Videobeitrags

Er hat es damit gleich in den Kapitänsrat geschafft, denn in Wetzlar gibt es ab der kommenden Saison nicht einen, sondern gleich fünf verschiedene Kapitäne: Maximilian Holst, Felix Danner, Till Klimpke, Olle Forsell Schefvert und Stefan Cavor. Holst wird als Erster das Team aufs Feld führen, danach wird in jeder Woche neu entschieden.

Das ist drin: Bemerkenswert ist, dass Trainer Matschke neben seinem Trainerjob weiterhin als Lehrer arbeiten will. Sechs Schulstunden (vier Sport/ zwei BWL) will er unterrichten und sagte dazu: "Ich möchte nicht von Ablenkungen sprechen, aber das Arbeiten in der Schule ist schon nochmal eine andere Perspektive und dafür bin ich sehr dankbar."

Für die HSG bleibt ein einstelliger Tabellenplatz ein voller Erfolg. Gerade weil sich Matschke und der ganze Klub beweisen müssen - im Jahr eins nach Wandschneider.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen