Kabinenparty bei der HSG Wetzlar nach dem Sieg gegen Kiel

Die HSG Wetzlar bringt dem THW Kiel nicht nur die erste Saisonniederlage bei, sondern nimmt den Rekordmeister regelrecht auseinander. Es ist nicht der erste Coup der Mittelhessen gegen den großen Favoriten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 31:22! HSG Wetzlar gewinnt gegen Meister THW Kiel

Maximilian Holst
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Es war ein rauschendes Handballfest vor 800 Zuschauern in Wetzlar: Die HSG fegte Rekordmeister THW Kiel mit 31:22 von der Platte und konnte es im Anschluss selbst kaum glauben. "Es hat alles gepasst", sagte der strahlende HSG-Torhüter Till Klimpke.

Sonderlob für Klimpke

Gemeinsam mit Maximilian Holst war Klimpke der überragende Akteur der Mittelhessen, zeigte 15 Paraden und kassierte nur 22 Gegentore. "Wir haben in der ersten, aber auch in der zweiten Halbzeit eine überragende Abwehr gespielt", so seine Analyse bei Sky. Von Trainer Kai Wandschneider und Kapitän Kristian Björnsen gab es jeweils ein Sonderlob für den 22-jährigen Schlussmann.

"Wir sind sehr zufrieden. Für uns hat alles gut funktioniert", sagte Björnsen auf der Pressekonferenz und freute sich über die immerhin 800 Zuschauer, die das Spiel live in der Halle verfolgen durften: "Es hilft uns sehr, 800 Leute sind viel besser als 0. Aber es fehlen noch ein paar Tausend."

Frust beim THW

Für Mitspieler Holst, mit acht Treffern bester Torschütze der Wetzlarer, war es "eine geschlossene Mannschaftsleistung": "Das erlebt man natürlich nicht jedes Jahr, dass man Kiel hier schlagen kann - und dann auch noch in dieser Höhe." Im vergangenen Jahr hatte die HSG den THW allerdings ebenfalls besiegt, im Dezember mit 27:20 in Kiel. Es war die letzte Bundesliga-Niederlage der Kieler - bis Wetzlar am Samstag erneut zuschlug.

Entsprechend frustriert war der Rekordmeister aus dem Norden. "Es schmeckt sehr bitter", sagte THW-Trainer Filip Jicha. "Es war von der ersten bis zur 60. Minute ein verdienter Sieg, wir hatten keine Chance." Die Kieler mussten zwar ersatzgeschwächt in Mittelhessen antreten, aber eine Niederlage mit neun Toren Unterschied kommt trotzdem einer Blamage gleich.

Wandschneider warnt Kiel

HSG-Trainer Wandschneider gibt gleich noch eine Warnung mit auf den Weg: "Wir stehen vor einer Saison, die viele Überraschungen birgt. Es ist nicht so wie früher, dass man mit nur vier Minuspunkten Meister wird. Dafür sind die ersten sechs Teams zu ausgeglichen besetzt." Und außerdem lauert da ja auch immer noch Angstgegner Wetzlar.