HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar gewinnt ein packendes Derby gegen die MT Melsungen. Auch weil Trainer Benjamin Matschke in der Crunchtime eine denkbar einfache Taktik vorgibt.

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Manchmal kann es eben ganz einfach sein. Handballderby, 57. Minute, 28:27 für die HSG Wetzlar gegen leicht favorisierte Melsunger. Ein Spiel auf Messers Schneide, da versammelt HSG-Coach Benjamin Matschke seine Spieler zur letzten Auszeit der Partie. Ein paar taktische Anweisungen gibt es, aber eher geht es darum, durchzupusten und die Sinne zu schärfen für den Endspurt. "Wir machen jetzt ein Tor und gewinnen das Spiel", sagt Matschke, dann geht es weiter.

Und es kommt genau so. Pass Stefan Cavor, Tor Lenny Rubin, 29:27. Die HSG gibt die Partie nicht mehr aus der Hand und gewinnt schließlich mit 31:28. "Am Ende war es ein wenig Glück. Und derjenige, der es mehr wollte, hat gewonnen", sagte HSG-Kreisläufer Felix Danner nach der Partie dem hr-sport.

"Bei solchen Spielen entscheiden Kleinigkeiten"

In der Tat war die Partie lange ausgeglichen. Noch fünf Minuten vor Schluss hatten die Melsunger mit 27:26 geführt, MT-Nationalspieler Kai Häfner sagte nach dem Spiel nicht zu Unrecht: "Es war ein Spiel, das zu beiden Seiten hätte kippen können. Es war die ganze Zeit eng und spannend. Bei solchen Spielen entscheiden Kleinigkeiten, da haben wir zu viel falsch gemacht."

Das sah auch sein Teamkollege Michael Allendorf so. "Wir waren mit einem Tor vorne und hätten auch auf zwei Tore Vorsprung erhöhen können. Das haben wir leider nicht geschafft. Am Ende haben Kleinigkeiten gefehlt", so Allendorf, dessen Karriere 2006 bei der HSG Wetzlar ihren Anfang nahm.

"Bin froh, dass ich den Allendorf aufziehen darf"

Insbesondere die Konzentration fehlte, exemplarisch dafür die Situation beim Stand von 27:27. HSG-Keeper Anadin Suljakovic parierte gegen Häfner und leitete den Gegenstoß ein, den Olle Forsell Schefvert noch aus der eigenen Hälfte zur Führung ins leere Tor vollendete. "Wir haben fünf Bälle ins leere Tor gekriegt. Wir haben einiges mit sieben gegen sechs versucht, aber bei Fehlwürfen und Fehlpässen müssen wir einfach schneller umschalten, um diese Tore zu verhindern", so Allendorf.

Jener Allendorf übrigens, der sich nun ein paar Tage von seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Danner wird veräppeln lassen müssen. Elf Jahre spielten beide gemeinsam für die MT, bevor Danner im Sommer nach Wetzlar ging. "Wir haben regen Kontakt", so Danner über Kumpel Allendorf. "Man zieht sich auf und foppt sich ein bisschen. Ich bin ganz froh, dass ich mit meiner Mannschaft gewonnen habe und den Allendorf die nächsten Tage ein bisschen aufziehen darf."

Tore machen und das Spiel gewinnen

Gelegenheit zur Revanche gibt es für Allendorf in einem halben Jahr, wenn das Rückspiel ansteht. Die Taktik dafür sollte klar sein: Einfach Tore machen und das Spiel gewinnen.