Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar

In der Handball-Bundesliga geht es schon längst nicht mehr nur um den Sport. Corona hat die Liga voll im Griff. Auch die HSG Wetzlar war schon mittendrin - und versucht nun, den Frust darüber abzuschütteln.

Der Rauch, er hat sich immer noch nicht ganz verzogen. Nach dem Spiel der HSG Wetzlar gegen Coburg musste bei den Mittelhessen ob der Begegnung selbst so einiges an Dampf abgelassen werden. Der Tenor: Diese Partie hätte gar nicht erst stattfinden dürfen. Der eigentliche Sieg war Nebensache. Das ist nun, eine knappe Woche später, wenigstens etwas anders. "Ich bin begeistert von dem Spiel gewesen", berichtet Trainer Kai Wandschneider. "Wir hatten keine einfache Vorbereitung und machen aus dem Nichts ein sensationelles Spiel."

Wie wahr. In doppelter Hinsicht. Denn gegen Coburg lieferte die HSG tatsächlich eine starke Begegnung und richtig guten Handball ab. Am Ende stand es 31:22. Auch wenn Wetzlar der klare Favorit war, war das keine Selbstverständlichkeit. Denn hinter der HSG liegen wilde Tage.

Klimpke wieder dabei

Keeper Till Klimpke war zuvor zur Nationalmannschaft gereist und fehlte aufgrund der Corona-Fälle im Nationalteam erst einmal bei der Partie gegen Coburg - weil es die HSG selbst so entschied. Ein Umstand, den Wandschneider im Gespräch mit dem hr-sport immer noch etwas erzürnt. "Das Statement bleibt erst einmal genauso stehen. Man muss sehen, wie es weitergeht", betonte er. Der Rauch, ganz ist er eben nicht weg.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found HSG Wetzlar löst Pflichtaufgabe gegen Coburg

Stefan Cavor von der HSG Wetzlar im Spiel gegen Coburg
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Nach seiner Quarantäne ist Klimpke nun aber endlich wieder bei der Mannschaft. Gerade rechtzeitig, ist man geneigt zu sagen. Denn nach den turbulenten Tagen neben dem Spielfeld folgen nun turbulente Tage auf dem Spielfeld.

Wandschneider geht von knappem Spiel aus

Der Startschuss dazu folgt am Donnerstag (19 Uhr) gegen die Eulen aus Ludwigshafen. Nach dem Spiel gegen Coburg der nächste Gegner, gegen den Wetzlar Favorit ist. Auch wenn Wandschneider betont: "Ich gehe von einem knappen Spiel aus." Und außerdem gilt für ihn sowieso: "Es spielt keine Rolle, ob man gegen Balingen oder Barcelona spielt. Spiele ohne Zuschauer haben nichts damit zu tun, was ich kenne. Es gibt diese Rolle aktuell nicht."

Eine Sichtweise, die nachvollziehbar ist. Auch beim Blick auf die Tabelle. Nach dem Spiel gegen die Eulen geht es für die HSG am Sonntag (16 Uhr) direkt weiter gegen Göppingen, das sich im Tableau hinter den Mittelhessen befindet. "Sie sind der Favorit gegen uns", betont Wandschneider dennoch. Der Grund dafür: Göppingen hat gerade einmal fünf Spiele absolviert. Aussagekraft hat der Tabellenrang also nicht.

Sollte die HSG aber sowohl gegen die Eulen als auch gegen Göppingen wieder richtig guten Handball spielen, ist wenigstens der Blick auf die eigentlich wenig aussagekrätige Tabelle schön. Trotz Corona und aller Probleme der vergangenen und kommenden Tage.