Spieler der HSG Wetzlar fahren Kanu.
Kai Wandschneider (ganz links) und Spieler der HSG Wetzlar bei einer Teambuilding-Maßnahme im Trainingslager in der Schweiz, Bild © Imago Images

Die HSG Wetzlar geht mit einem eingespielten Kader und altbewährten Zielen in die neue Saison der Handball-Bundesliga. Personelle Veränderungen gibt es kaum, für Kontinuität sorgt vor allem der Trainer. Der Teamcheck.

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HSG-Trainer Kai Wandschneider hält eine Ansprache ans Team.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So läuft die Vorbereitung der HSG Wetzlar

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Die HSG Wetzlar startet am 22. August (19 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe in die neue Saison der Handball-Bundesliga. Vorher steht das Erstrunden-Turnier im DHB-Pokal an, das den Grün-Weißen am kommenden Wochenende mindestens ein Match beim HBW Balingen-Weilstetten beschert. Weitere Teamchecks zur Handball-Bundesliga finden Sie bei sportschau.de.

So lief die vergangene Saison

Für Trainer Kai Wandschneider hat die abgelaufene Spielzeit das Prädikat "Wahnsinn" verdient. Grund ist die Top-Ten-Platzierung in der Abschlusstabelle, die für die HSG nach 14 Siegen und 29 Zählern in 34 Spielen zu Buche stand. Gepunktet bzw. gewonnen hat Wetzlar vor allem gegen Teams, die die Mittelhessen am Ende hinter sich lassen konnten: Leipzig, Hannover-Burgdorf, Minden, Ludwigshafen-Friesenheim sowie gegen die beiden Absteiger Gummersbach und Bietigheim.

Wenn Wandschneider zurückblickt, bezieht er aber nicht nur die vergangene Saison mit ein. "In den letzten sieben Jahren haben wir im Schnitt einen überragenden neunten Tabellenplatz erreicht", sagt er – nicht ohne Verweis auf die finanziellen Möglichkeiten: "Wir sind etatmäßig weiter im letzten Drittel." Siege wie jene am 34. Spieltag Anfang Juni beim Top-Sechs-Club Füchse Berlin (27:25) gehören daher zu den Höhepunkten.

Wer kommt, wer geht

Die Liste mit den Transferaktivitäten der Grün-Weißen ist in diesem Sommer extrem überschaubar. Mit Rückraumspieler Alexander Feld und Torhüter Anadin Suljakovic gibt es genau zwei Neuzugänge, ihnen gegenüber stehen mit Alexander Hermann (Gummersbach), Maximilian Lux (Hagen), Hendrik Schreiber (Hüttenberg/Leihe) und Jane Cvetkovski (Ziel unbekannt) vier Abgänge. Wandschneider: "Es ist einfach klasse, dass wir in dieser Saison keinen größeren Umbruch haben und mit einer eingespielten Mannschaft arbeiten können."

Spielmacher Feld wechselte von den Eulen Ludwigshafen an die Lahn und hofft nun auf den nächsten Karriereschritt. Die HSG mit Trainer Kai Wandschneider hat er sich deshalb nicht umsonst ausgesucht. "Kai steht dafür, deutsche Spieler im jungen und mittleren Alter zu etablieren", sagt der 26-Jährige. "Von seiner Erfahrung möchte ich jetzt profitieren." Schlussmann Suljakovic kam vom Sport Club Al Ahli aus Katar. Der 21 Jahre alte Bosnier bildet mit Tibor Ivanisevic und Deutschlands hoffnungsvollem Talent Till Klimpke das Torhütergespann.

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Till Klimpke von der HSG Wetzlar.

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zum Video Wetzlar-Keeper Till Klimpke gegen Lemgo im Fokus

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Der Trainer

Der Name Kai Wandschneider ist nahezu untrennbar mit allem verbunden, was sportlichen Erfolg und Kontinuität in Wetzlar angeht. Der 59-Jährige ist bereits seit März 2012 bei der HSG tätig, in den Spielzeiten 2012/13 sowie 2016/17 wurde er zum Trainer des Jahres der Handball-Bundesliga gewählt. Im März vergangenen Jahres verlängerte Wandschneider seinen Arbeitsvertrag bis 2021. Bereits jetzt ist er der dienstälteste Übungsleiter im Oberhaus – Alfred Gislason (von 2008 bis 2019 bei Ligakonkurrent THW Kiel) hat sein Amt nach der abgelaufenen Saison abgegeben.

Wer so viel gibt, darf auch viel verlangen. "Ich fordere Hingabe", sagt Wandschneider mit Blick auf seine Profis. "Wir sind zehneinhalb Monate auf hoher See. In diesen zehneinhalb Monaten muss Handball für die HSG Wetzlar absolute Priorität haben." Mit dieser Einstellung hat Käpt'n Wandschneider ehemalige Schützlinge wie Andreas Wolff, Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher zu Nationalspielern gemacht – und damit auch zu Europameistern 2016.

Erwartungen an die neue Saison

Auch wenn die Mittelhessen ihr Image als gallisches Handball-Dorf seit Jahren erfolgreich pflegen: Ihren Realismus haben sie nie verloren, die Zugehörigkeit zur Bundesliga wird nicht als Selbstverständlichkeit erachtet. "Für uns geht es um den Klassenerhalt, das ist immer die Basis", sagt Wandschneider. Sein Plan: So schnell wie möglich Punkte einfahren, um rechtzeitig mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben.

Das gelingt der HSG vor allem dann am besten, wenn sie gegen die Konkurrenz aus dem unteren Tabellendrittel wie auch in der vergangenen Saison so gut wie keine Punkte liegenlässt. Mit ein bisschen Glück ist dann vielleicht auch die eine oder andere Überraschung gegen einen Top-Club drin. Aus der (rauen) hohen See kann so ganz schnell ein ruhiges Fahrwasser werden.