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Das plötzliche Saisonende ist für HSG-Trainer Kai Wandschneider eine Herausforderung. Trotzdem begrüßt er den Abbruch und glaubt, dass nicht nur seine Spieler davon profitieren. Auch die Gesellschaft könnte vom Handball lernen.

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Cheftrainer Kai Wandschneider vom Bundesligisten HSG Wetzlar sieht durch den Saisonabbruch auch einen Vorteil nach den Belastungen des gefüllten Terminkalenders im Handball. "So lange Pause hatten wir noch nie, und das tut uns allen auch mal gut", sagte der 60-jährige Coach im vereinseigenen Interview. Vor allem die Nationalspieler hätten durch Qualifikationsspiele oder internationale Spiele mit den Clubs annähernd gar keine Pausen gehabt: "Alle werden sich mal mental und physisch grunderneuern können, das begrüße ich sehr."

Vom Handball lernen

Wandschneider lobte zudem den besonderen Zusammenhalt seines Teams. "Jeder geht für jeden durch das Feuer. Der starke Zusammenhalt macht den Erfolg in Wetzlar aus", verriet der Coach. Und auch deshalb könnten viele Menschen gerade von Handballern lernen. "Handballer sind sehr diszipliniert und stehen nach Rückschlägen immer wieder auf. Wir können uns total fokussieren und verzichten auf sehr viel", so Wandschneider.

Auch die Gesellschaft brauche derzeit viel Selbstdisziplin. "Und Rücksichtnahme auf unsere Mitbürger. Wir haben eine Pflicht unsere Mitmenschen durch unser Verhalten und entsprechende Masken zu schützen. Ich begrüße deshalb die Maskenpflicht sehr", sagte der 60-Jährige. Er hoffe zudem, dass die Lockerungen nicht zu einem erneuten Rückschlag im Kampf gegen die Pandemie führten. "Wir müssen gegenseitig auf uns achten und Fürsorge tragen. Ich glaube uns Handballer fällt das weniger schwer, da wir seit Kindesbeinen sehr diszipliniert mit uns selbst und unseren Mitspielern umgehen."

"Quotient noch die beste Lösung"

Die Umstände der Corona-Abschlusstabelle der Männer-Bundesliga sieht Wandschneider ambivalent. "Es bleibt ein fader Beigeschmack", meinte er. "Ich begrüße es, dass niemand absteigt. Das ist ein echtes Zeichen der Solidarität gegenüber den Teams aus Ludwigshafen und Nordhorn." Es wäre ungerecht gewesen, obwohl Nordhorn mit nur vier Punkten schon deutlich abgeschlagen gewesen sei.

"Ansonsten hat man mit der Quotientenregel versucht, alles auf einen Nenner zu bringen, aber es werden nie alle zufrieden sei", sagte Wandschneider. Man wisse, was der Handball für Eigendynamiken gerade an den letzten sechs, sieben Spieltagen habe. "Diese sind oft gespickt mit faustdicken Überraschungen, Mannschaften wachsen über sich hinaus oder werden auch überrascht", so der Coach. "Es ist sehr schwierig, aber vermutlich ist dieser Quotient dann noch die beste Lösung."