Die Handballer der HSG Wetzlar trainieren wieder. Die letzte Saison von Trainer Kai Wandschneider wird allerdings auch von finanziellen Sorgen begleitet.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found HSG Wetzlar startet in die neue Saison

Die HSG Wetzlar beim Laktattest zum Trainingsauftakt
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Nach vier Monaten Pause ist es endlich wieder soweit gewesen: Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar trainierten wieder gemeinsam. Am Donnerstag startete das Team mit einem Laktattest in die neue Saison, die Anfang Oktober beginnen soll. Erste gute Nachricht für Trainer Kai Wandschneider: Alle Spieler sind gesund und munter zum Start erschienen.

"Immer auch eine Form von Lotterie"

Die Vorfreude nach der "Hängepartie" der letzten Monate sei riesig, so Wandschneider. "In den nächsten Wochen Training werden wir uns langsam wieder an die alten Belastungen rantasten" - und insgesamt fünf Neuzugänge integrieren. Vor der kommenden Spielzeit hat der 60-Jährige durchaus Respekt: "Es wird immer auch eine Form von Lotterie sein, was unsere Gesundheit angeht. Wir sind sehr diszipliniert. Es steht an erster Stelle, gesund zu bleiben." Deshalb erwägt Wandschneider, in der Halle eine FFP2-Maske zu tragen.

Die aktuelle Situation stimmt den Routinier nachdenklich. "Für mich ist Profisport ohne Zuschauer eigentlich unvorstellbar", so Wandschneider, der damit rechnet, dass er und sein Team in der neuen Spielzeit "viele neue Erfahrungen" machen müssen. "Es wird uns schon verändern, wenn wir wirklich Geisterspiele bestreiten müssen."

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Die Spieler der HSG Wetzlar beim Laktattest
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Es geht ums wirtschaftliche Überleben

Geschäftsführer Björn Seipp sieht zudem "riesige wirtschaftliche Hürden" auf den Verein zukommen. "Unser Ziel ist es, dass wir die neue Saison unternehmerisch überleben. Das wird schwer genug", so Seipp, der bei vielen Sponsoren eine Zurückhaltung bemerkt. "Es geht darum, die HSG auf den 30. Juni 2021 zu bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir ein riesengroßes Ziel erreicht."

Eine weitere Baustelle ist die Suche nach einem neuen Trainer - Wandschneider scheidet im kommenden Sommer aus dem Amt. "Ich wäre nie so lange geblieben, wenn es mir nicht so gut gefallen hätte", sagte er vor seiner neunten und letzten Saison mit der HSG, für die er durchaus ehrgeizige Ziele hat. "Ich traue uns zu, wieder eine gute Rolle im Mittelfeld zu spielen und immer mal ein Sahnehäubchen zu bringen - wie unseren Sieg in Kiel in der vergangenen Saison."