Szene aus der Partie Melsungen gegen Wetzlar

Ein Hessenderby zwischen Tabellennachbarn: Wenn die MT Melsungen und die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga aufeinander treffen, gibt es ähnliche Vorzeichen, aber einen klaren Favoriten.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessenderby in der Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar und MT Melsungen Collage
Ende des Audiobeitrags

Derbys sind etwas ganz Besonderes. Egal in welcher Sportart. So auch im Handball, so auch im Fall der HSG Wetzlar und der MT Melsungen. Es wird ein besonderes Spiel, dieses 30. Hessenderby in der Handball-Bundesliga am Samstag um 20:45 Uhr. Denn zwischen der Rothenbach-Halle, Spielort in Kassel, und der Rittal Arena, Spielort in Wetzlar, liegen nur knapp 130 Kilometer. Und auch sportlich sind sich MT und HSG gerade sehr nahe. Melsungen, mit 30 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz, hat die HSG direkt hinter sich – mit 27 Zählern.

Vier fitte Nationalspieler vs. einen verletzten

Trotz dieser tabellarischen Nähe sind die Voraussetzungen der beiden Clubs sehr unterschiedlich. Das wird schon deutlich, wenn man darüber nachdenkt, wer für die MT aufläuft und wer für die HSG. Der seit Anfang Dezember verletzte ehemalige Nationalspieler Stefan Kneer wird in dieser Saison nicht mehr für Wetzlar spielen, wegen anhaltender Rückenprobleme muss er operiert werden.

Auf Seiten der MT Melsungen stehen mit Julius Kühn, Finn Lemke, Tobias Reichmann und Kai Häfner vier Nationalspieler, vier Europameister von 2016 auf der Platte. Mit Silvio Heinevetter und Timo Kastening kommen zwei weitere Nationalspieler zur kommenden Saison. Allein an diesen Personalien erkannt man die unterschiedlichen Ansprüche: Die einen wollen oben mitspielen, die anderen sind stolz, dass sie überhaupt so gut mitspielen.

Beide Trainer loben den Gegner

Deshalb gibt es im Duell der Nachbarn auch einen klaren Favoriten: Die MT Melsungen. Das sieht auch HSG-Trainer Kai Wandschneider mit Blick auf das Spiel am Samstag: "Sie haben eine überragende Mannschaft, sind doppelt und dreifach gespickt mit Nationalspielern. Es gibt keinen Schwachpunkt bei Melsungen." Sein Team spiele dagegen bisher am "absolut oberen Limit in dieser Saison. An dieses obere Limit wollen wir auch in Melsungen kommen. Jeder Spieler der bei uns zum Einsatz kommt muss über sich hinauswachsen, um das Spiel nur halbwegs ausgeglichen gestalten zu können."

Wandschneider schiebt die Favoritenrolle also klar dem Nachbarn aus Nordhessen zu, doch deren neuer Coach, Gudmundur Gudmundsson, stapelt tief. "Das Spiel gegen Wetzlar wird sehr schwer für uns. Das ist ein unangenehm zu spielender Gegner und deshalb müssen wir den sehr ernst nehmen", so der isländische Nationaltrainer. Der Anspruch in Melsungen, oben mitspielen zu wollen, hat auch zur Folge Wetzlar weiter auf Distanz zu halten. "Wichtig ist dieses Spiel auch deshalb, weil wir Wetzlar als direkten Tabellennachbarn nicht noch näher herankommen lassen wollen." Nicht, dass die ungleichen Nachbarn am Ende tabellarisch noch gleicher werden.