Timo Kastening

EM-Debütant Timo Kastening spielt sich derzeit in die Herzen vieler Handball-Fans. Bei der MT Melsungen freut man sich schon jetzt auf den Sommer-Neuzugang. Doch in Sachen Lieblingsgetränke kündigt Trainer Heiko Grimm eine kleine Einschränkung an.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kühn-Schrecksekunde bei DHB-Sieg

Julius Kühn beim Wurf
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"Es ist schön zu sehen, warum wir uns um Timo Kastening bemüht haben", ist Melsungens Trainer Heiko Grimm voller Vorfreude.

"Das ist eine tolle Geschichte. Es ist das erste Turnier für ihn – und man merkt es gar nicht. Nervosität ist da Fehlanzeige", lobt Handball-Nationalcoach Christian Prokop.

"Ich freue mich, dass ich Spielzeit bekomme und die auch nutzen kann. Es macht super Spaß, hier zu sein, ich versuche das alles aufzusaugen", sagt Kastening selbst.

Seit dem späten Donnerstagabend ist er in aller Munde, der 24 Jahre junge Rechtsaußen der deutschen Nationalmannschaft. Pfeilschnelle Antritte, kluge Ballgewinne, sechs teils freche Tore: Nach dem Sieg in der EM-Hauptrunde gegen Weißrussland (31:23) ging Timo Kastening völlig verdient als Matchwinner vom Parkett. Die schwache Vorrunde ist abgehakt, Deutschland ist endlich im Turnier angekommen. Und Senkrechtstarter Kastening hat seine Mannschatfskameraden förmlich mitgerissen.

Noch in Hannover, bald in Melsungen

"Das war ein perfekter Tag", resümierte er nach der Partie in der Wiener Stadthalle kurz und knackig. Mit einer Körpergröße von 1,80 Meter ist Kastening der kleinste Spieler im Auswahlkader des Deutschen Handballbundes (DHB), doch gegen die Weißrussen trumpfte er groß auf. "Der Timo schleicht sich da unten immer von 1,50 Meter irgendwo raus und klaut dann den Ball", lobte Kapitän Uwe Gensheimer das intelligente Spiel des Rechtsaußen und lachte. "Er macht es überragend."

Kastenings starke EM-Darbietungen kommen nicht von ungefähr. Der Profi, der zurzeit noch für die TSV Hannover-Burgdorf aktiv ist, bereitet sich akribisch auf die Spiele vor, trägt am Handgelenk einen Tape-Verband, auf dem er sich vor den Partien die Spielzüge des Gegners notiert, um besser Bälle klauen zu können. Seine Bilanz vor dem nächsten Kracher gegen die starken Kroaten am Samstagabend (20.30 Uhr): 10 Länderspiele, 31 Tore.

MT Melsungen schaut im Trainingslager zu

Selbst auf der rund 3.500 Kilometer entfernten Kanareninsel Fuerteventura wird man die Entwicklung Kastenings in diesen Tagen mit viel Begeisterung verfolgen. Unter warmen Sonnenstrahlen und mit Blick auf den Atlantik bereitet sich die MT Melsungen in einem Trainingslager auf die Bundesliga-Restrunde vor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found MT-Trainer Grimm: "Schön zu sehen, warum wir uns um Kastening bemüht haben"

MT-Trainer Heiko Grimm kann über den Einzug in die Gruppenphase des EHF Cups jubeln.
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In Las Playitas, einem kleinen Ort im Südosten der Insel, sitzen Trainer Heiko Grimm und seine Spieler zusammen in einem Restaurant vor einer Leinwand, wenn die DHB-Auswahl am Ball ist. In ein paar Monaten wird auch Kastening zum MT-Kader gehören. Im Sommer, das ist seit Ende September bekannt, wechselt der 24-Jährige aus Hannover nach Melsungen.

Grimm beschreibt Kastenings Stärken

"Wir haben da einen Spieler verpflichtet, der wahrscheinlich für Deutschland in den nächsten Jahren auf dieser Position zu sehen sein wird", freut sich Coach Grimm im Gespräch mit dem hr-sport dennoch schon jetzt auf seinen Neuzugang, der bei der Europameisterschaft andeutet, womit er die nordhessischen Handball-Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle ab der kommenden Saison verzücken könnte.

Die Qualitäten des Linkshänders beschreibt Grimm so: "Eine seiner ganz großen Stärken ist das Abwehrspiel – trotz seiner geringen Körpergröße. Aber er ist da unheimlich schlitzohrig: Man weiß, dass er auf Bälle spekuliert. Aber man weiß nie, wann er mal dazwischen läuft. Er ist pfeilschnell."

Kaffee okay, aber Cola...

Die sportlichen Voraussetzungen stimmen also, in puncto Lieblingsgetränke sollte sich Kastening aber schon jetzt auf eine kleine Einschränkung einstellen. Wie er nach dem Weißrussland-Spiel am späten Donnerstagabend verriet, schlägt in seiner Brust ein Herz für Kaffee. Am besten Doppio Espresso. "Dazu eine kalte Cola, null-zwei aus der Glasflasche. Herrlich." Cola? Melsungens Trainer Grimm ist alarmiert.

"Mit Kaffee kann ich leben, die Cola-Vorräte werden allerdings sicherlich nicht aufgefüllt – auch nicht für Timo Kastening", sagt der Coach mit einem Lächeln. "Nach so einem Spiel kann man auch mal eine null-zweier Cola trinken, aber: Die MT Melsungen hat mit mir einen Trainer, der allergisch gegen Cola ist. Das wird ein Thema werden." Solange Kastening wegen seiner Leistungen in aller Munde ist, sollte das jedoch kein großes Ding sein.

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