Drei Handballer auf dem Spielfeld. Zwei versuchen einen "Angriff" abzuwehren.

Nach durchwachsenen Leistungen in der Vorsaison hat die MT Melsungen vor dem Start der Handball-Bundesliga ambitionierte Ziele. Neben neuen Gesichtern gibt es im Team auch einen neuen Kapitän.

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Audioseite Handball-Clubs voller Vorfreude auf Saisonstart mit Fans

Spieler der HSG Wetzlar halten ein Banner hoch: "Danke an die besten Fans der Liga"
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In dieser Woche startet die Handball-Bundesliga in die neue Saison. Auch die beiden hessischen Vertreter legen los: Die MT Melsungen tritt am Mittwoch auswärts beim TBV Lemgo Lippe an (19:05 Uhr), am Donnerstag spielt die HSG Wetzlar bei den Füchsen Berlin (19:05 Uhr). Hier geht es zu unserer Vorschau (Teil 1): MT Melsungen. (Hier geht es zu Teil 2: HSG Wetzlar)

Das war's: Gleich das erste Spiel führt die Melsunger zurück zu den bösen Geistern der vergangenen Spielzeit. Gegen den ersten Gegner, den TBV Lemgo Lippe, unterlag die Mannschaft im Pokalfinale und vergab damit leichtfertig nicht nur die Chance auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte, sondern auch auf die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Das Spiel wurde zu einem Sinnbild einer Saison, in der die MT als Tabellen-Achter deutlich unter ihren Erwartungen blieb.

Das gilt auch für den Abgang Lasse Mikkelsen, der sein Potenzial zu selten auf die Platte brachte oder auch zu wenige Chancen dazu erhielt. Mikkelsen wechselt zu Skjern Handbold, Ole Pregler zum VfL Gummersbach und Stefan Salger zu den Eulen Ludwigshafen. Besonders emotional wurde der Abschied bei Felix Danner; der langgediente Publikumsliebling schließt sich dem hessischen Kontrahenten Wetzlar an.

Das ist neu: Mit André Gomes hat die MT wieder einmal einen Hochkaräter verpflichtet. Der Portugiese für Rückraum links laboriert aber gerade an einer Reizung der Sehnenplatte und ist bei den ersten Partien wohl nicht dabei. Zudem kamen zwei Isländer mit Elvar Örn Jonsson und Alexander Petersson, die endlich für mehr personelle Variablität sorgen sollen. Genau dieser Punkt wurde ihrem Landsmann und Trainer Gudmundur Gudmundsson in der vergangenen Spielzeit als Manko ausgelegt.

Zumindest beim Kapitänsamt sorgte der Coach für einen Wechsel: Kai Häfner wurde anstelle von Finn Lemke zum neuen Kapitän ernannt, auch Domagoj Pavlovic ersetzt den bisherigen Stellvertreter Tobias Reichmann. Praktisch: Häfner und Pavlovic sitzen auch in der Kabine nebeneinander.

Das ist drin: Ganz offen spricht der Klub von seinem Ziel: "Die MT peilt eine Platzierung an, die zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb berechtigt", heißt es in einer Mitteilung. Und dazu sagt Vorstand Axel Geerken: "Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft beisammen haben und das wollen wir mit vollem Einsatz auf dem Spielfeld zeigen." Tatsächlich sind die Melsunger in der Bringschuld und sollten das nötige Ensemble für Europapokalplätze versammelt haben.

Das gilt besonders für die deutschen Nationalspieler der "MT Deutschland" - denn DHB-Vize Bob Hanning hatte in dem Teil seiner Generalkritik Recht, dass sich Julius Kühn & Co. auch auf Vereinsebene international messen sollten. Zwingend dafür erforderlich ist eine Tugend, die bei der MT seit längerem vermisst wird: die Konstanz in den Auftritten. Nach dem Auftakt in Lemgo kommt nämlich direkt der Meister Kiel nach Melsungen.

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