Jubel bei der MT Melsungen

Die MT Melsungen steht im Endspiel des Final Four und könnte am Freitag den ersten Pokal überhaupt mit nach Nordhessen nehmen. Gegner Lemgo kommt mit Rückenwind, Vorstand Axel Geerken baut schon mal gegen Ausreden vor.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Melsungen nach 27:24 über Hannover-Burgdorf im Pokal-Endspiel

Julius Kühn
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Folgt auf den bundesweiten Feiertag ein nordhessischer Feiertag? Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen könnten einen Tag nach Fronleichnam und dem Halbfinal-Sieg gegen Hannover-Burgdorf den ersten Titel der Vereinsgeschichte einfahren. Die Mannschaft von Trainer Gudmundur Gudmundsson trifft im Endspiel des Final-Four-Turniers in Hamburg am Freitag (ab 17.30 Uhr live im Ersten und im Stream auf sportschau.de) auf den TBV Lemgo Lippe. "Das ist ein Riesending für die MT", fasste Coach Gudmundsson die Ausgangslage zusammen.

Historische Chance für Melsungen

Wie groß dieses Ding für die Bartenwetzer tatsächlich ist, verdeutlicht ein Blick auf den nordhessischen Briefkopf. Bis auf drei Halbfinal-Teilnahmen (1996, 2013 und 2014) im nationalen sowie eine Viertelfinal-Teilnahme (2014) im internationalen Pokal-Wettbewerb sind die Erfolge der Melsunger überschaubar. Bei einem Sieg gegen Überraschungsteam Lemgo, das im Semifinale Rekordsieger THW Kiel ausschaltete, könnte sich die MT erstmals einen Pokal aus Edelmetall in die heimische Vitrine stellen. Eine historische Chance.

"Wir können einen Titel gewinnen, das ist eine Riesen-Belohnung für uns", sagte ein sichtlich erfreuter Axel Geerken nach dem erstmaligen Einzug ins Pokalfinale am Donnerstag. "Auf dieses Finale haben nicht viele gewettet, das wird richtig spannend." Der Vorstand, der seit 2012 die Geschicke in Melsungen leitet und den Kader seitdem immer wieder mit spektakulären Transfers und einigen Nationalspielern verstärkt hat, ist heiß auf den Premieren-Titel. Jetzt oder nie.

Lemgo kommt mit Rückenwind

Ähnlich ist die Gemütslage allerdings auch bei Gegner Lemgo. Der nordrheinwestfälische Handball-Traditionsverein hat in seiner langen Geschichte zwar schon einige Titel gesammelt, der diesjährige Einzug ins Endspiel ist aber einer aus der Kategorie: sensationell.

Im Semifinale gegen den haushohen Favoriten aus Kiel lag der von Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann trainierte Bundesliga-Elfte bereits mit sieben Toren in Rückstand, um dann nach einer furiosen Aufholjagd doch noch die Sensation perfekt zu machen. "Jetzt müssen wir schnell durchatmen und regenerieren. Wir sind noch nicht fertig", so Kehrmann.

Es gibt keine Ausreden

Apropos Regeneration: Zwei Spiele in zwei Tagen ist im Handball zwar keine Seltenheit, die Belastung für die Spieler ist vor allem nach dieser langen und immer noch laufenden Corona-Saison aber nicht zu unterschätzen. Eine Ausrede dürfen schwere Beine oder kleinere Blessuren im Finale laut Geerken dennoch nicht sein. "Wir können einen Titel gewinnen. Da darf das keine Rolle spielen", forderte er. "Wir hängen uns rein. Mit allem, was wir haben."

Wie es gehen kann gegen Lemgo, bewies die MT übrigens in der Bundesliga. Das bislang einzige Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Spielzeit endete mit einem 27:21-Erfolg für die Nordhessen. Sollten sie dieses Ergebnis wiederholen, wäre der erste Titel in der Melsunger Historie perfekt. 

Sendung: hr1, Nachrichten, 04.06.21, 19 Uhr