Silvio Heinevetter und Kai Häfner von der MT Melsungen

Auf turbulente Monate in der Liga folgt für die Handball-Nationalspieler der MT Melsungen ein vollgepackter Januar. Über das Hygienekonzept bei der WM in Ägypten gibt es derweil Diskussionen.

Erst Corona-Turbulenzen, jetzt Weltmeisterschaft: Mit Julius Kühn, Tobias Reichmann, Kai Häfner, Silvio Heinevetter und Timo Kastening stehen gleich fünf Spieler der MT Melsungen im WM-Kader der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Und auf die wartet ein straffes Programm.

Zunächst stehen zwei EM-Qualispiele gegen Österreich an: am 6. Januar (13.45 Uhr) in Graz sowie am 10. Januar (18.10 Uhr) in Köln. Es folgt die Reise nach Ägypten, wo die Gegner in der WM-Vorrunde Uruguay (15. Januar), Kap Verde (17. Januar) und Ungarn (19. Januar) heißen.

Heinevetter nach Corona-Erkrankung "top-fit"

Unter den deutschen Spielern, die diesen Stress in Corona-Zeiten nicht auf sich nehmen wollten, ist auch Finn Lemke. Der Melsunger hatte im November mit einer Corona-Erkrankung zu kämpfen und Mitte Dezember den Entschluss gefasst, auf die WM "aus familiären Gründen" zu verzichten. Die beiden letzten Spiele der MT, die Ende 2020 auf dem Plan gestanden hätten, mussten wegen drei neuen Corona-Fällen im Team abgesagt werden. Für die Mannschaft ging es einmal mehr in Quarantäne.

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Kai Häfner
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Einer dieser Fälle war Torhüter Heinevetter, für den ein Verzicht auf die WM trotzdem nie ein Thema war, wie er in einem Interview mit der BZ verriet. "Ich konnte zu Hause relativ gutes und handballspezifisches Krafttraining machen, also muskulär ist alles top-fit. Ich brauche sicher nicht so lange wie ein Feldspieler, um wieder ins Spiel zu finden." Wie gut zum Beispiel Rechtsaußen Kastening die Infektion überstanden hat, wird man wohl erst in den Spielen beurteilen können.

DHB tritt Hygienebedenken entgegen

Derweil versucht der Deutsche Handballbund (DHB), Bedenken am Hygienekonzept in Ägypten zu zerstreuen. "Wir sind inzwischen davon überzeugt, dass uns die vorliegenden Konzepte zum Schutz der Spieler genügen", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Zuletzt hatte Carsten Bissel, Aufsichtsratschef beim Bundesligisten HC Erlangen, das Konzept scharf kritisiert. "Die angebliche Blase in Kairo ist ein Witz", sagte Bissel im SZ-Interview. Die "angeblichen Hygienekonzepte", so Bissel weiter, "spotten jeder Beschreibung".

Kapitän Uwe Gensheimer wischte die Diskussionen beiseite, auch die über eine mögliche Zulassung von Fans. "Ich glaube nicht, dass Zuschauer eng an uns rankommen", sagte der DHB-Kapitän. Zwar seien die strengen Regeln in Ägypten durchaus Thema in der Mannschaft, aber "keine Last und kein Hemmnis".