Timo Kastening EM gegen Österreich

Die Handball-Nationalmannschaft ist mit dem Sieg gegen Polen in die EM-Hauptrunde eingezogen. Timo Kastening aus Melsungen konnte nur von seinem Quarantäne-Hotelzimmer aus zugucken.Jetzt hat er die Sorge, nicht mehr ins Team zurückzukehren.

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Timo Kastening spricht im Interview über seine Corona-Quarantäne

Timo Kastening von der MT Melsungen
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Der positiv auf Corona getestete Melsunger Handballer Timo Kastening lässt eine Rückkehr in die Handball-Nationalmannschaft bei der EM derzeit offen. "Ich habe jetzt leider ein paar Symptome im Hals- und Nasenbereich, habe einen leichten Reizhusten. Richtig schlecht fühle ich mich aber nicht", sagte Kastening im Interview mit hr-iNFO.

Auch die anderen positiv getesteten Spieler hätten ähnliche Symptome, einer hätte mehr Halsschmerzen, andere seien noch etwas kaputter, auch wenn keiner wirklich flach liege.

Große Hoffnungen auf eine EM-Rückkehr hat Kastening nicht

Doch wie lange dauert die Quarantäne für Kastening noch? Der 26-Jährige könnte theoretisch nach fünf Tagen, zwei negativen PCR-Tests und dem medizinischen Test wieder für die DHB-Auswahl spielen. Frühestens stünde er dann am Sonntag im dritten Hauptrundenspiel gegen Schweden wieder zur Verfügung. Doch große Hoffnungen hat der Rechtsaußen-Spieler nicht.

"Da müssten wirklich viele Aspekte zusammenkommen, dass Du überhaupt nochmal die Chance hast, hier wieder einzusteigen." Da müsse er dann auch ein wenig realistisch sein als Spieler, der jetzt quasi raus sei. "Wenn man dann fünf oder sieben Tage auf dem Zimmer gelegen hat, ohne Training und Spiel, dann stellt man sich natürlich die Frage, ob es dann überhaupt Sinn macht, wenn gleichzeitig die anderen Jungs liefern."

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Weitere Corona-Fälle beim DHB-Team

Am Tag vor dem Handball-Klassiker gegen Spanien schlug Omikron erneut gnadenlos zu und stellte die gesamte deutsche EM-Mission infrage. Beim freiwilligen Training in Bratislava stand Bundestrainer Alfred Gislason nur noch ein Restkader zur Verfügung, wenig später sickerte durch: Drei weitere Spieler haben sich mit Corona infiziert - die personelle Lage im DHB-Team nimmt vor dem Auftakt in die Hauptrunde dramatische Züge an. Unverzüglich wollten sich der Verband und die Liga zu einer Krisensitzung treffen. Weitere Informationen zu den Vorfällen rund um das DHB-Team auf Sportschau.de

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Wenn man nicht die hundertprozentige Sicherheit habe, dass man zu hundert Prozent gehen könne, dann mache das vielleicht wirklich keinen Sinn. "Aber das Sportler-Herz hofft natürlich, deshalb hat man immer noch ein bisschen Resthoffnung, nochmal zurückzukommen."

Kastening starrt an die Decke

Besonders unterhaltsam sei die Quarantäne im Einzelzimmer auf jeden Fall nicht. Da Kastening nicht auf eine Quarantäne vorbereitet gewesen sei, starre er nun meistens an die Decke oder telefoniere mit der Familie oder Freunden. Die Utensilien zur Zerstreuung wie Spielkarten, Tischtennis-Platte oder die Darts-Schreibe befänden sich im Mannschaftsraum, den der 26-Jährige natürlich nicht betreten dürfe.

"Ich bin sehr froh, dass von 18 bis 22 Uhr im Fernsehen zumindest die Handball-EM läuft." Die EM, bei der Kastening eigentlich mitspielen wollte und dies in den ersten beiden deutschen Spielen auch tat. Im zweiten Spiel gegen Österreich war der Melsunger mit neuen Toren sogar bester deutscher Werfer. Dann kam der Positiv-Test.

Einmal musste Kastening sein Interview mit hr-iNFO übrigens unterbrechen. Es hatte an der Tür geklopft. Die einzige Abwechselung des tristen Quarantäne-Tages: Das Essen, in diesem Fall das Mittagessen, stand vor der Tür. "Das hol ich grad mal." Der Deutsche Handballbund hat im Mannschaftshotel spezielle Isolierzimmer eingerichtet. So blieb Kastening und den anderen Infizierten zumindest der Umzug in ein Quarantäne-Hotel erspart.

Verliert Kastening jetzt auch seinen Job als Kabinen-DJ?

Seinen Zweit-Job, neben dem als Handballer auf der rechten deutschen Angriffsseite, hat Kastening bei der Nationalmannschaft möglicherweise jetzt auch verloren. Der Melsunger ist nämlich der Kabinen-DJ. Nach dem Sieg gegen Polen rief ihn dann der Mannschaftskollege Simon Ernst an, um ihm zu sagen, dass er den Musik-Job diesmal übernommen habe.

Ernst wollte ihm zudem mitteilen, dass der Mannschaft seine Musik sehr gut gefalle habe. Ein kleiner scherzhafter Seitenhieb, der die triste Quarantäne-Zeit bei dieser EM zumindest kurz aufhellte. "Einmal raus, zack, biste weg", sagte Kastening und musste lachen. Hoffentlich trifft das mit dem Wegsein nicht auf die gesamte restliche EM zu.

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