Jubel bei Trainer Heiko Grimm und der MT Melsungen: Es geht nach Europa.
Jubel bei Trainer Heiko Grimm und der MT Melsungen: Es geht nach Europa. Bild © Imago Images

Die Handballer der MT Melsungen erleben zum Saisonende ein Wechselbad der Gefühle. Vor dem Spiel gegen Lemgo wird erst getrauert, nachher herrscht Partylaune. Und Trainer Heiko Grimm sendet schon wieder Kampfansagen an die Konkurrenz.

Die Meisterschaft feierte zwar die SG Flensburg-Handewitt, doch auch bei der MT Melsungen gab es am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga eine Menge zu beklatschen. Dank des 31:27-Erfolgs über den TBV Lemgo sicherten sich die Bartenwetzer mit Platz fünf die Qualifikation für den EHF-Pokal. Bereits zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte startet die MT damit im kommenden Jahr auf europäischer Ebene.

"Das ist der Erfolg, den wir aufgrund der vielen Ausfälle nicht erwarten durften", sagte Trainer Heiko Grimm nicht ohne Stolz. Auch ins abschließende Heimspiel gegen Lemgo waren die Melsunger mit Verletzungssorgen gegangen, im Laufe der Partie verletzte sich der vierfache Torschütze Tobias Reichmann am Knöchel und musste die restliche Spielzeit aussitzen. Angeführt von Michael Allendorf (sieben Treffer), reichte es für die Hessen dennoch zum Sieg und Platz fünf in der Abschlusstabelle.

Kampfansage von MT-Trainer Grimm

Begonnen hatte der Sonntag für die MT und die 4.300 angereisten Fans in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle mit ungewohnter Stille. Beide Mannschaften legten eine Gedenkminute für den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den an den Folgen eines Herzinfarkts verstorbenen Regionalmanager Holger Schach ein. Erst mit Anpfiff wurde es richtig laut, dazu wurden die Müller-Zwillinge verabschiedet, nach dem Spiel gab es dann den Feierbefehl.

"Das hat sich die Mannschaft verdient", erklärte Grimm, der sich allerdings nicht lang auf dem Ruhm ausruhen kann und will. "Uns ist bewusst, dass wir damit auch wiederum die Erwartungen nach oben schrauben", so der Trainer. "Aber es ist ja auch unser Ziel, uns kontinuierlich weiter zu entwickeln. Es darf irgendwann gern auch ein Platz unter den ersten Dreien sein."