Heiko Grimm MT Melsungen

Heiko Grimm ist nicht mehr Trainer bei der MT Melsungen. Die Art und Weise des Rauswurfs ist für die Nordhessen kein Ruhmesblatt. Nun kursieren schon die ersten Gerüchte, wer sein Nachfolger wird.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found MT Melsungen feuert Trainer Grimm

Melsungens Trainer Heiko Grimm
Ende des Audiobeitrags

Es sind, das lässt sich nicht anders sagen, wilde Tage im nordhessischen Melsungen. Der dort beheimatete Handball-Bundesligist MT kommt einfach nicht zur Ruhe. Die Saisonziele sind bereits jetzt in Gefahr, die Mannschaft präsentiert phasenweise unerklärlichen Handball - und genau das hat nun zur Entlassung von Trainer Heiko Grimm geführt. Das alles würde ja schon locker reichen für eine schlechte Stimmung, käme da nicht ja auch noch die höchst ungewöhnliche Art und Weise der Trennung hinzu.

Kurzer Rückblick: Am Freitag, ja, das ist gerade einmal fünf Tage her, gab der Verein bekannt, dass Spieler und Trainer ein Ultimatum von drei Spielen bekämen, um zu zeigen, dass sie es besser können, als in den vergangenen Partien gezeigt. Wohlgemerkt: Trainer und Team. An diesem Dienstag war dieses Ultimatum nun schon Geschichte. Heiko Grimm traf es, der Coach wurde gefeuert.

Nach Ludwigshafen zog Geerken die Reißleine

Der Grund dafür war ein erneut teilweise desolater Auftritt in der Bundesliga. Bei den Eulen aus Ludwigshafen, aktuell Tabellenvorletzter, wurden die Nordhessen ihrer Favoritenrolle alles andere als gerecht und kamen mit Ach und Krach zu einem Remis. Viel zu wenig für die Melsunger Ansprüche. Manager Axel Geerken zog die Reißleine. Aus dem Drei-Spiele-Ultimatum wurde der Ein-Spiel-Rauswurf. Aus Melsunger Sicht in der Außendarstellung ein Desaster.

Ein Rauswurf, der auch über die hessischen Grenzen hinaus für Aufsehen sorgte. "Ich glaube nicht, dass es ein öffentliches Ultimatum für einen Trainer benötigt", sagte Flensburgs Meistercoach Maik Machulla, der auch mit Blick auf andere Trennungen - beispielsweise Kai Wandschneider in Wetzlar - warnte, dass "die Dinge Züge wie im Fußball annehmen".

Neuer Coach muss MT stabilisieren

Bleibt die Frage, was bei der MT zum schnellen Umdenken führte. Eine Möglichkeit wäre, dass Grimms Nachfolger schon fest steht. In Handball-Kreisen gehen bereits die ersten Gerüchte um, wer demnächst auf der Melsunger Bank Platz nehmen könnte. Nach hr-Information hatte die MT Interesse an Velimir Petkovic von den Füchsen Berlin. Dies soll sich aber zerschlagen haben. Antonio Carlos Ortega, Trainer des TSV Hannover Burgdorf, wird es defintiv nicht. Das bestätigte TSV-Manager Sven-Sören Christophersen dem hr-sport.

So oder so ist der Rauswurf und der Umgang, Stichwort: Ultimatum, mit Grimm kein Ruhmesblatt für die Nordhessen. Es wird sich zeigen, ob der neue Coach, wer es am Ende auch wird, die MT dauerhaft stabilisieren kann. Aktuell leiten das Training Grimms ehemaliger Co-Trainer Arjen Haenen und Kreisläufer Felix Danner. Das aber auch nur als Übergangslösung, bevor möglicherweise eine ganz große Lösung in Melsungen präsentiert wird - damit die wilden Tage endlich ein Ende haben.

Sendung: hr-iNFO, 25.02.2020, 12.20 Uhr