Die MT Melsungen geht in Erlangen mit zehn Toren Unterschied unter. Rückraum-Spieler Julius Kühn sucht eine Erklärung für das Debakel – und kritisiert den schwachen Auftritt der Nordhessen scharf.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found MT Melsungen verliert deutlich beim HC Erlangen

Julius Kühn war nach der Niederlage in Erlangen bedient.
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Eigentlich reiste die MT Melsungen nach zwei Siegen zum Saisonstart mit breiter Brust und großem Selbstvertrauen zum Auswärtsauftritt nach Erlangen. Doch am Sonntagnachmittag lief nichts zusammen bei den Nordhessen, sie gingen mit 21:31 (9:13) bei den bis dahin punktlosen Franken unter. Und hatten danach keine richtigen Erklärungen dafür.

Kühn rechnet nach Debakel ab

"Ich habe uns nicht so schwach erwartet, es hat an allen Ecken und Enden gefehlt", wählte Rückraum-Spieler Julius Kühn am Sky-Mikrofon deutliche Worte bei der Analyse. "Wir haben null Bereitschaft gezeigt. So kann man sich in der Bundesliga gegen keinen Gegner präsentieren." Vor allem die letzten sechs Minuten vor dem Pausenpfiff sorgten für Unverständnis, Erlangen zog mit vier Treffern in kürzester Zeit auf 13:9 davon.

Kühn und seine Teamkollegen erlitten einen echten "Knick", die Mannschaft ging kollektiv unter. "In der Abwehr hat der letzte Schritt gefehlt. Vorne haben wir uns schwergetan und sind nicht in die Tiefe gegangen. Das sah nach Stand-Handball aus, wir haben nichts auf die Kette bekommen", so das knallharte Urteil des 27-Jährigen.

Hat die MT Erlangen unterschätzt?

Möglicherweise haben die Melsunger den Kontrahenten unterschätzt. "Das kommt davon, wenn wir nicht mit einhundertprozentiger Überzeugung auf dem Feld stehen. Wir waren gefühlt bei 90 Prozent. Das fühlt sich auf dem Feld dann locker an und wir werfen die Bälle sinnlos weg", sagte Kühn.

Die Gastgeber jedenfalls bedankten sich für den pomadigen Auftritt und warfen Treffer um Treffer, am Ende lagen zehn Tore zwischen den beiden Mannschaften.

Kein mentales Problem

Kühn sieht aber kein generelles "mentales Problem" und forderte: "Wir müssen die Köpfe hochnehmen und weitermachen." Das Team habe Qualität und wisse darum: "Wir können das Potenzial abrufen." Dies gilt es am kommenden Samstag (20.30 Uhr) gegen den ebenfalls punktlosen Gegner aus Minden zu beweisen.

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 11.10.20, 18 Uhr