Julius Kühn von der MT Melsungen

Die MT Melsungen erlebt beim Aufsteiger aus Balingen ein Debakel. Spieler und Trainer gehen nach der Partie hart mich sich selbst ins Gericht, Manager Axel Geerken will den Auftritt nicht auf sich sitzen lassen - und will gegen Magdeburg eine Reaktion sehen.

"Dieses Ergebnis ist nicht zu entschuldigen und auch nicht zu erklären. Das war nur peinlich." (Heiko Grimm)

"Das war heute desolat, ja katastrophal und für alle Beteiligten peinlich. Dafür kann man sich nur schämen. Es war ein Versagen auf ganzer Linie." (Julius Kühn)

"Wir werden darüber nachdenken, welche Konsequenzen dieser Auftritt haben muss und ab morgen früh mit der Aufarbeitung beginnen." (Axel Geerken)

23:36. In Worten: dreiundzwanzig zu sechsunddreißig. Eine Pleite mit 13 Toren Rückstand. Die MT Melsungen ist am Sonntag bei der HBW Balingen-Weilstetten komplett untergegangen. Eine absolute Blamage, die Folgen haben dürfte. "Wir werden darüber nachdenken, welche Konsequenzen dieser Auftritt haben muss und ab morgen früh mit der Aufarbeitung beginnen", verkündete MT-Manager Axel Geerken direkt nach der Partie.

"Den Auftritt hat die Mannschaft zu verantworten"

Gesagt, getan, der Montag stand im Zeichen zahlreicher Einzelgespräche. Vorstand, Trainerteam und Mannschaft hatten großen Diskussionsbedarf. "Bei der Analyse wurde deutlich, dass die gemachten Fehler und das Agieren auf dem Spielfeld in erster Linie in der Verantwortung der Spieler lagen und nicht in der des Trainers", so Geerken in einer Pressemitteilung des Klubs. "Wenn ein Pass schludrig gespielt wird und nicht ankommt, eine hochkarätige Torchance unkonzentriert vergeben wird, oder der Abwehrspieler die falsche Entscheidung trifft, ist in dem Moment auch der Trainer machtlos." Sein Fazit: "Den Auftritt hat die Mannschaft zu verantworten, nicht der Trainer."

Niederlagen gehören zum Sport dazu und auch in der Handball-Bundesliga kann ein Spitzenteam wie die MT Melsungen bei einem Aufsteiger verlieren. Bei den Nordhessen ging es am Sonntag aber über die Art und Weise - und die Frage der Mentalität. Denn zur Halbzeit lag das Team von Trainer Heiko Grimm mit lediglich drei Punkten hinten.

"Das war heute desolat"

Doch statt einer Aufholjagd folgte im zweiten Abschnitt die totale Demütigung. Zwischen der 35. und 42. Minute gelang der MT kein einziger Treffer. Balingen war zu diesem Zeitpunkt bereits mit neun Toren enteilt. Ansatt danach Ergebniskosmetik zu betreiben, ließen die Nordhessen das Debakel einfach über sich ergehen - bis zum bitteren Ende. So wurde es zur höchten Pleite, die Melsungen je gegen einen Aufsteiger kassierte.

"Wir haben heute zwei Mannschaften auf dem Feld gesehen, eine mit Willen und Leidenschaft und eine andere, die alles über sich hat ergehen lassen", bilanzierte Trainer Grimm frustiert nach der Partie. Rückraumspieler Julius Kühn ging ähnlich hart mit sich und dem Rest des Teams ins Gericht: "Das war heute desolat, ja katastrophal und für alle Beteiligten peinlich. Dafür kann man sich nur schämen. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine solch schlechte Vorstellung erlebt zu haben. Es war ein Versagen auf ganzer Linie."

Nun wartet Magdeburg

Das einzig Gute aus Melsunger Sicht: Bereits am Donnerstag geht es in der Liga weiter. Die Möglichkeit zur Wiedergutmachung ist also schnell gegeben. Das Schlechte: Dann geht es gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer aus Magdeburg. "Nachdem wir Problemfelder angesprochen und Missverständnisse ausgeräumt haben, sind Mannschaft und Trainer gleichermaßen gefordert, eine passende Reaktion zu zeigen", so Geerken. "Und genau die möchte ich – unabhängig vom Ergebnis – am Donnerstag gegen Magdeburg sehen”. Klar ist: Legen die Nordhessen am Donnerstag die gleiche Einstellung auf den Tag, droht die nächste Blamage.