Silvio Heinevetter und Kai Häfner von der MT Melsungen

Die MT Melsungen hat sich nach der Corona-Quarantäne mit einem Sieg in der Handball-Bundesliga zurückgemeldet. Für die Spieler war das jedoch ein Kraftakt.

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Finn Lemke (re.) war nach überstandener Corona-Infektion wieder für die MT Melsungen im Einsatz.
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Torhüter Silvio Heinevetter fand drastische Worte, als er seine Eindrücke aus der Kabine beschrieb. "Ich habe die Leute in der Halbzeit gesehen, die waren alle tot", sagte er dem hr-sport nach dem Spiel. Trotz allem brachte die MT den Halbzeitvorsprung von 17:15 ganz knapp ins Ziel und siegte am Sonntag mit 32:31 gegen den Bergischen HC.

"Einfach nur ein Sieg des Kampfes"

Zuvor hatte die Mannschaft nach dem positiven Corona-Test von Nationalspieler Finn Lemke zwei Wochen in Quarantäne verbracht. "Eine ganz neue Erfahrung", so Heinevetter. "Da kannst du Fahrrad fahren oder Workouts machen, wie du willst, das kannst du nicht simulieren und auch nicht in drei oder vier Tagen wieder reinkriegen. Deswegen war es einfach nur ein Sieg des Kampfes."

Nach seiner Corona-Erkrankung mit Fieber und Schüttelfrost stand auch Abwehrchef Lemke wieder auf der Platte. "Dadurch, dass ich komplett getrennt war von meiner Familie, oben auf dem Dachboden, war der mentale Aspekt deutlich schlimmer als die Symptome", berichtete er rückblickend.

Mammutprogramm steht bevor

Dass es nach nur drei Tagen Vorbereitung mit dem Sieg geklappt hat, ist für Lemke ein Ergebnis von "absolutem Kampf und absolutem Willen". "Der BHC hat uns das Leben natürlich sehr schwer gemacht und arg aufs Tempo gedrückt. Da hat man gemerkt, dass uns noch ein bisschen die Wettkampfpuste gefehlt hat."

Die sollte schnellstmöglich wiederkommen, denn durch die Zwangspause geht es für die MT Melsungen in den kommenden Wochen Schlag auf Schlag: Sechs Bundesliga-Spiele stehen zwischen dem 5. und 26. Dezember auf dem Programm. Lemke kommt das nicht ungelegen: "Weniger Training, mehr Spiele, das ist ja auch gut für die Spieler."