Spielszene MT Melsungen gegen Ludwigshafen

Noch weiß niemand, wie es mit der Saison in der Handball-Bundesliga weitergeht. Die MT Melsungen bereitet sich und ihre Fans bereits auf den Saisonabbruch vor.

Mannschaftstraining unmöglich, Spielbetrieb sowieso: Die Corona-Pandemie hat auch die Handball-Bundesliga (HBL) zum Erliegen gebracht. Die Verantwortlichen der HBL werden sich am 20. April verständigen, wie und ob es weitergehen kann.

Der aktuelle Zeitplan sieht eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum 16. Mai vor, dem aus rechtlichen Gründen letztmöglichen Termin. Aber ob das klappt? Schon vor dem Treffen der HBL mehren sich die skeptischen Stimmen. "Ich rechne nicht mehr damit", sagte etwa Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), der Deutschen Presse-Agentur.

"Große Welle der Solidarität"

Düstere Aussichten also, und auch die MT Melsungen stellt sich auf die schlechtest mögliche Option ein: den Saisonabbruch. In einem Schreiben wandten sich die Nordhessen am Mittwoch an ihre Fans, um mögliche Verfahrensweisen im Fall der Fälle zu kommunizieren. "Zuallererst sind wir sehr dankbar für die große Welle der Solidarität, die uns in den letzten Tagen und Wochen aus unterschiedlichsten Richtungen erreicht hat", heißt es in der Mitteilung.

Bei der MT würden im Falle eines Abbruchs die eigentlich noch ausstehenden Heimspiele gegen Nordhorn-Lingen, Minden, Berlin und Kiel entfallen, im EHF-Cup das Heimspiel gegen Benfica Lissabon. Dauerkarteninhaber und Fans, die für diese Spiele bereits Tickets erworben haben, könnten das Geld zurückfordern, die Tickets als Gutscheine für die kommende Saison oder den Fanshop anrechnen lassen oder auf eine Rückerstattung im Sinne eines "Solidaritätsbeitrags" an den Verein verzichten.

Vorstand Geerken lobt die MT-Familie

"Sponsoren, Dienstleister, Lieferanten und viele Inhaber von Eintrittskarten haben uns signalisiert, dass sie auf Rückforderungen verzichten, selbst für den Fall des Saisonabbruchs. Der Begriff der MT-Familie hat für uns damit einen ganz besonderen Stellenwert erreicht. Gleichwohl haben wir aber auch großes Verständnis für alle, die den Teil der Leistungen, die wir bei einem Saisonabbruch nicht erbringen könnten, entsprechend abgegolten wissen möchten", so MT-Vorstand Axel Geerken.

Seitens der Verbände gibt es für den Fall eines Abbruchs bereits sportliche Szenarien. So haben sich HBL, DHB sowie die Frauen-Bundesliga darauf verständigt, dass es keine Absteiger (mit der Ausnahme von bereits zurückgezogenen Mannschaften bzw. sogenannter "wirtschaftlicher Absteiger"), sondern lediglich Aufsteiger in die Saison 2020/21 gäbe. Das Final Four im DHB-Pokal, für das die MT qualifiziert ist, soll auf Juni 2021 verschoben werden. Auf einen DHB-Pokal-Wettbewerb in der kommenden Saison würde verzichtet.

Anpassungen auch im EHF-Cup nötig

Im EHF-Cup könnten die noch auszutragenden Gruppen- und Viertelfinalspiele laut Europäischer Handballföderation (EHF) nach Möglichkeit für Juni terminiert werden und das Final Four, das eigentlich Ende Mai in Berlin stattfinden sollte, würde am 29. und 30. August durchgeführt werden können. Aber auch diese Szenarien sind von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig. Wie so vieles aktuell.