Axel Geerken

Nach der scharfen Kritik von DHB-Vizepräsident Bob Hanning an der MT Melsungen und deren Nationalspielern kommt nun postwendend der Gegenschlag. Vorstand Axel Geerken nennt Hannings Vorwürfe "beispiellos" und "populistisch".

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Silvio Heinevetter
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MT-Vorstand Axel Geerken hat in einer Mitteilung auf die Vorwürfe von DHB-Vizepräsident Bob Hanning an die MT Melsungen und deren Nationalspieler reagiert. "Diese Art von öffentlicher Negativdarstellung eines Handball-Bundesligisten durch einen hohen DHB-Funktionsträger ist bislang ohne Beispiel", so Geerken. Und weiter: "Hier wird in höchst populistischer Weise Stimmung gegen unseren Verein und unsere Spieler gemacht."

Hanning hatte am Dienstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die Mentalität der Nationalspieler bei der MT kritisiert und sie sogar als Gefahr für den Erfolg der Nationalmannschaft bezeichnet. "Ich finde es erschreckend, dass Melsungen viele deutsche Nationalspieler für viel Geld gekauft hat, aber die Mentalität im Verein nicht mitgewachsen ist. Es hat sich kein Spieler, seit er in Melsungen ist, verbessert. Im besten Fall haben sie stagniert."

Melsungen als "Sündenbock" für mögliche Olympia-Pleite?

Bei der MT spielen derzeit sieben deutsche Nationalspieler, die Chancen auf eine Olympia-Nominierung haben. Die Saison verläuft für die Hessen allerdings enttäuschend. Im Pokalfinale verlor die Mannschaft gegen Lemgo, in der Bundesliga verpasste sie die Qualifikation für den Europapokal. Geerken selbst bezeichnete die Saisonbilanz als nicht zufriedenstellend.

Bei der MT waren sie vom Vorpreschen Hannings überrascht. Nicht wenige im Klub sehen durch den Zeitpunkt der Äußerungen einen Zusammenhang zum anstehenden Olympia-Turnier. Geerken sagt dazu: "Man kann sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass er hiermit schon vorbereitet, die MT Melsungen für ein eventuell schlechtes Abschneiden der Nationalmannschaft bei den olympischen Spielen verantwortlich zu machen."

Pikant: Hanning gastiert am Mittwoch mit den Füchsen in Melsungen

Den Vizepräsidenten des DHB ging Geerken scharf an, auch weil dieser einen Zusammenhang des schlechten Abschneidens mit den Gehältern in Melsungen andeutete. "Er maßt sich als Außenstehender an, die Mentalität eines Vereins und deren vermeintliche Folgen sowie die Entlohnung der Nationalspieler nicht nur zu be-, sondern auch zu verurteilen", sagte Geerken.

Besonders pikant an der Angelegenheit: Hanning ist Geschäftsführer der Füchse Berlin, die am Mittwochabend in Melsungen antreten. So wählte Geerken schon vor dem Anwurf einen sportlichen Vergleich: "Bob Hannings Äußerungen kommen einem direkten Angriff, einem Offensivfoul, auf unseren Verein und auf unsere Spieler gleich."

Sendung: hr-Fernsehen, hessenschau, 13.06.2021, 19:30 Uhr