So kennt und schätzt man sie in Melsungen: Philipp (mi.) und Michael Müller (re.) sind immer voll bei der Sache.
So kennt und schätzt man sie in Melsungen: Philipp (Mi.) und Michael Müller (re.) sind immer voll bei der Sache. Bild © Imago

Nach sechs Jahren endet der gemeinsame Weg von Philipp und Michael Müller beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Die polarisierenden Zwillinge sind über die Art und Weise ihres Abschieds sehr enttäuscht.

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So richtig haben Philipp und Michael Müller den nahenden Abschied aus Melsungen noch nicht verarbeitet. Verständlicherweise. Nach sechs Jahren, in denen Nordhessen nicht nur die sportliche Heimat geworden ist, sondern auch der Lebensmittelpunkt für die Handball-Zwillinge und ihre Familien, ist nach dem Saisonende Schluss. Ein Jahr vor Vertragsende. MT-Trainer Heiko Grimm plant nicht mehr mit den 34-Jährigen, deren Verträge vorzeitig aufgelöst werden.

"Es sind eben andere Spielertypen gewünscht oder gefragt, die dann besser ins System passen", gibt Michael Müller im Interview mit dem hr-sport Einblicke ins gefühlskalte Profigeschäft. "Natürlich waren wir ziemlich enttäuscht darüber, weil wir für den Verein alles gegeben haben die letzten sechs Jahre." Es sei traurig, so Michael Müller, "dass es so zu Ende geht".

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Einen Beitrag zum Thema gibt es am Samstag ab 17.15 Uhr im heimspiel!.

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Sein Bruder Philipp äußert sich ähnlich – und gibt der sportlichen Führung des Bundesligisten noch einen Denkzettel mit: "Es ist schade, weil ich trotzdem der Meinung bin, dass ich helfen kann."

"Nicht den besten Ruf in Auswärtshallen"

Davon, wie Philipp Müller bei den Fans seines künftigen Arbeitgebers ankommt, wird er bereits am Sonntag einen Vorgeschmack bekommen. Dann tritt die MT auswärts beim Tabellenfünfzehnten SC DHfK Leipzig an. "Es wird spannend, wie die Reaktionen der Zuschauer sind", sagt der Rückraumspieler, der durchaus um sein Standing in der Republik weiß: "Ich habe nicht den besten Ruf in Auswärtshallen."

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Beide Müllers dürfen getrost in die Rubrik "Aggressive Leader" eingeordnet werden: unangenehm, bissig und mit dem Hang, das Rad etwas zu überdrehen. Das bringt Gegner, Schiedsrichter und manchmal auch den eigenen Trainer zur Weißglut, ist aber seit jeher ein wichtiger Baustein in Gewinner-Teams. "Das ist unser Charakter", sagt Michael Müller. "Wir haben immer alles für den Verein gegeben, vielleicht war es manchmal ein bisschen zu viel, aber das macht uns eben aus."

Karriereende? Spitzenhandball!

Seine Qualitäten bringt Michael Müller in den kommenden zwei Jahren beim Topteam Füchse Berlin ein. Eine neue Stadt, neue Mitspieler und neue Ziele – der 78-malige Nationalspieler freut sich auf die Herausforderung. Auch wenn er zugibt, sich wie sein Bruder schon mit dem nahenden Karriereende beschäftigt zu haben.

Doch das ist nun alles kein Thema mehr. Bis es nach Leipzig respektive Berlin geht, wollen die Müller-Zwillinge in den verbleibenden zehn Bundesliga-Spielen ihr letztes Hemd für die MT aus Melsungen geben – so, wie man es von ihnen seit Jahren gewohnt ist und so, wie die beiden gebürtigen Würzburger bei den Fans in ihrer zweiten Heimat in Erinnerung bleiben werden.