Kai Häfner von der MT Melsungen

Für die Nationalmannschaft ist die Handball-EM beendet, für die Bundesliga-Vereine geht der Ärger jetzt erst los. Die MT Melsungen bekommt gleich mehrere infizierte Spieler zurück. Wann sie wieder eingreifen können, ist unklar.

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Timo Kastening spricht im Interview über seine Corona-Quarantäne

Timo Kastening von der MT Melsungen
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Den abschließenden 30:29-Sieg des DHB-Teams am Dienstagabend gegen Russland erlebten Timo Kastening und Kai Häfner schon wieder im heimischen Nordhessen. Das Nationalspieler-Duo der MT Melsungen, das sich bei der EM in Ungarn und der Slowakei mit dem Coronavirus infiziert hatte, saß am Montag an Bord eines Krankentransports und wurde mit medizinischer Begleitung von Isolation zu Isolation gebracht. Das unrühmliche Ende der Chaos-EM mit insgesamt 15 infizierten DHB-Akteuren.

MT Melsungen geht auf Nummer sicher

Nennenswerte Symptome, das teilten die Melsunger mit, hätten die beiden betroffenen Profis aktuell nicht. Wann sie wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen, ist dennoch fraglich. Voraussetzung Nummer eins: ein negatives Testergebnis. Voraussetzung Nummer zwei: die Freigabe vom Teamarzt. "Wir werden sie untersuchen lassen, um abzuklären, wann und in welchem Umfang sie wieder belastbar sind", kündigte MT-Vorstand Axel Geerken an.

Eine Prozedur, die auch auf den dritten infizierten MT-Profi Julius Kühn zukommen wird. Der Rückraumspieler, der unmittelbar nach dem Auftaktspiel gegen Belarus (33:29) positiv getestet worden war, durfte die Isolation nach einem negativen PCR-Test inzwischen zwar verlassen und gilt nicht mehr als infiziert. Dass die sofortige Rückkehr in den Leistungssport dennoch eine nicht zu stemmende Herausforderung sein kann, zeigt der (Corona)-Fall Hendrik Wagner.

Der nachnominierte Rückraumspieler von Zweitligist Ludwigshafen hatte nach einer Corona-Infektion und mehrtägiger Isolation am Sonntag gegen Schweden sein Turnierdebüt gegeben, nach einigen Einsatzminuten aber über Atemprobleme geklagt. Den Turnier-Abschluss gegen Russland verpasste er, der ohnehin dezimierte Kader schrumpfte auf 13 einsatzfähige Profis zusammen. Ein mahnendes Beispiel und schlechte Nachricht für die Bundesliga-Vereine: Denn die Corona-Folgen ausbaden müssen neben den Spielern selbst letztlich auch die Clubs.

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Melsungen sagt Testspiel ab

Die MT Melsungen hat das für Freitag geplante Testspiel gegen Ligakonkurrent Leipzig abgesagt, weil die Nordhessen noch nicht auf ihre EM-Teilnehmer zurückgreifen können. Auch einige Nachwuchsspieler, die in die Bresche hätten springen können, haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

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Weitere Melsunger Nationalspieler betroffen

Und mit Kühn, Kastening und Häfner ist die Liste der Melsunger Corona-Fälle bei der EM noch lange nicht fertig. Da der Bundesligist auch die beiden positiv getesteten Isländer Elvar Örn Jonsson und Arnar Freyr Arnarsson sowie die mittlerweile offiziell genesenen Marino Maric (Kroatien) und Nebojsa Simic (Montenegro) abstellte, ist das nordhessische Corona-Lazarett ordentlich gefüllt.

Immerhin: Tobias Reichmann, der als Nachrücker in verspäteten EM-Genuss kam, soll am Mittwoch per Charterflug zurück nach Hessen kommen. Er ist bislang von Corona verschont geblieben.  

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