Reichmann ballt die Faust.
Tobias Reichmann Bild © Imago Images

Kurzfristig aus dem Kader und dafür in die USA geflogen, dazu süffisante Beiträge auf Instagram – der Melsunger Tobias Reichmann hatte kurz vor Beginn der Handball-WM für reichlich Ärger gesorgt. Seine Nationalmannschafts-Karriere ist damit aber nicht automatisch beendet.

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Handball-Europameister Tobias Reichmann blickt ohne Reue auf seinen Spontanurlaub zurück, den der Rechtsaußen Mitte Januar in Folge seiner Aussortierung aus dem Weltmeisterschafts-Kader eingelegt hatte – und mit dem er für reichlich Wirbel sorgte. "Entschuldigen brauche ich mich nicht. Ich weiß nicht für was, habe in meinen Augen nichts falsch gemacht. Ich würde es jederzeit wieder so machen", sagte Reichmann im Gespräch mit dem hr-sport.

Der Profi der MT Melsungen war wenige Tage vor Beginn der WM in Deutschland und Dänemark von Bundestrainer Christian Prokop etwas unerwartet aus dem Aufgebot gestrichen worden. Eine bittere Enttäuschung, aus der Reichmann seine Konsequenzen gezogen hatte: Statt die DHB-Auswahl während der ersten Gruppenspiele in Berlin zu unterstützen, entschied sich der 30-Jährige für einen fünftägigen Urlaubstrip nach Orlando in Florida (USA).

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Einen ausführlichen Beitrag inklusive Rückblick auf die Handball-WM und Vorschau auf das Auswärtsspiel der MT Melsungen am Sonntag (13.30 Uhr) in Magdeburg sehen Sie in heimspiel! am samstag ab 17.15 Uhr.

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Seine Abreise hatte Reichmann mit vielsagenden Abschiedsgrüßen garniert. Instagram-Beiträge vom Frankfurter Flughafen kommentierte er mit den Worten "Ich bin dann mal weg. Wieso, weiß ich gar nicht genau. Ahhh, doch…Spontanurlaub" und "Tschausen ihr Banausen". Ein Verhalten, das Prokop damals nach eigener Aussage "verwundert" zurückließ.

Reichmann erklärte nun: "Man wollte lieber dabei sein, aber der Trainer hat sich anders entschieden. Da musste ich erst einmal meinen Kopf frei bekommen." Nach seiner Rückkehr hatte sich der knapp 1,80 Meter große Linkshänder die deutschen Spiele dann aber doch live in der Arena angesehen. "Für mich war es schwer, über meinen Schatten zu springen und in die Halle zu gehen", gestand er. "Im Nachhinein hat es mir aber sehr gut getan."

Klärendes Gespräch steht noch aus

Dass das Kapitel Nationalmannschaft nun endgültig beendet ist, muss der Melsunger nicht befürchten. "Die Tür ist für ihn nicht zu. Für ihn geht es jetzt darum, eine gute Rückrunde im Verein zu spielen", sagte Bundestrainer Prokop vor wenigen Tagen im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Eine Botschaft, die bei Tobias Reichmann gut ankommt: "Wenn die Tür offen ist, nehme ich es natürlich gerne an, wenn ich den Anruf bekomme. Ein Gespräch gab es bis jetzt noch nicht, aber es wird eins geben."