MT Melsungen
MT-Trainer Heiko Grimm schwört seine Mannschaft ein. Bild © Imago

Sechs Ausfälle und jetzt wartet der Tabellenführer: Für Handball-Bundesligist Melsungen lief es auch schon einmal besser. Doch die MT-Rumpftruppe gibt sich kämpferisch.

Axel Geerken ist schon lange im Handball-Geschäft. Aber an eine vergleichbare Verletzten-Misere in Melsungen kann sich der MT-Vorstand nicht erinnern. "In dieser Summe der schweren Verletzungen habe ich es noch nie erlebt", sagte der frühere Profi im Gespräch mit dem hr-sport. Nicht weniger als sechs Ausfälle hat der Bundesliga-Fünfte zu beklagen: Julius Kühn, Felix Danner, Michael Müller, Timm Schneider, Domagoj Pavlovic und Marino Maric grüßen aus dem Krankenlager.

Vor allem die jüngsten Ausfälle von Maric und Pavlovic, die sich binnen 48 Stunden schwer verletzten, waren für die MT ein Schlag ins Kontor. "Bis dahin haben wir die Ausfälle noch gut kompensieren können, aber die letzte Woche war für uns eine schwarze Woche", haderte Geerken. Mit der kurzfristigen Verpflichtung des Schweizer Nationalspielers Roman Sidorowicz für den Rückraum haben die Bartenwetzer zwar auf die Personalmisere reagiert. Ein Neuzugang allein wird die vielen Löcher im ausgedünnten Kader von Trainer Heiko Grimm aber nicht stopfen.

Mit taktischen Lösungen gegen die Misere

Axel Geerken
MT-Vorstand Axel Geerken Bild © Imago

"Es ist momentan keine einfache Situation", weiß Geerken mit Blick auf die nächsten Aufgaben. Am Donnerstag (19 Uhr) kommt ausgerechnet der noch verlustpunktfreie Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt in die Kasseler Rothenbach-Halle. Alles andere als eine Niederlage gegen den amtierenden Meister wäre angesichts der langen Ausfallliste eine große Überraschung. Zumal die Gäste mit voller Kapelle anreisen werden.

Die MT will nicht lamentieren und aus der Situation das Beste machen. "Es macht keinen Sinn, zu hadern. Wir nehmen es an und versuchen taktische Lösungen zu finden", so Geerken. Natürlich habe man nach Gründen gesucht, warum es zu diesen vielen Verletzungen gekommen sei. "Aber nach Rücksprache mit den Ärzten und Trainern muss man sagen, dass es einfach nur Pech ist." Zumindest bei Routinier Müller hat Geerken die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. Das Spiel gegen Flensburg kommt für den Linkshänder nach Mittelfußbruch aber noch zu früh.

Wetzlar als Mutmacher

Bis zur Winterpause muss der Tabellenfünfte noch insgesamt vier Mal ran. "Ziel ist, die gute Position, die wir erarbeitet haben, zu verteidigen", bekräftigte Geerken. Dass trotz Personalmangels auch etwas gegen Flensburg drin ist, hat der hessische Rivale HSG Wetzlar erst vor wenigen Tagen bei der unglücklichen Niederlage im hohen Norden vorgemacht. "Wir wünschen uns auch ein knappes und enges Spiel. Vielleicht ist was möglich", hofft Geerken auf einen Coup vor vollem Haus.