Grimm hält eine Ansprache an seine MT-Spieler.

Ein weiterer Nationalspieler unter den Neuzugängen, ein ehrgeiziger Plan für die Liga, dazu die Rückkehr in den internationalen Wettbewerb: Die Handballer der MT Melsungen stehen vor einer spannenden und wichtigen Saison. Der Teamcheck.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trainer Grimm: Melsungen, der Spitzenclub in der Nähe von Kassel

Heiko Grimm applaudiert
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Die MT Melsungen startet am 25. August (16 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handwitt in die neue Saison der Handball-Bundesliga. Weitere Teamchecks finden Sie bei sportschau.de. Auch die HSG Wetzlar war bereits dabei.

So lief die vergangene Saison

Die zurückliegende Spielzeit war sportlich sehr erfolgreich und zudem so etwas wie eine Schablone für die mittelfristige MT-Zukunft. Rang fünf war nicht nur gleichbedeutend mit der Qualifikation für die dritte Runde des EHF-Cups, er ist darüber hinaus genau jene Tabellenregion, in der die Nordhessen perspektivisch sesshaft werden wollen. Nach 34 Spieltagen standen 42 Punkte auf der Habenseite.

Der Rückstand auf den Vierten (Rhein-Neckar Löwen/50) betrug zwar acht, der Vorsprung vor den Sechstplatzierten Füchsen aus Berlin (38) aber immerhin vier Zähler. Zu den Höhepunkten 2018/19 zählten die Derbysiege gegen die HSG Wetzlar, die volle Punktausbeute gab es auch gegen Leipzig, Göppingen, Hannover-Burgdorf, Ludwigshafen-Friesenheim, Berlin, Erlangen sowie gegen die Absteiger Gummersbach und Bietigheim.

Wer kommt, wer geht

Ähnlich wie der hessische Liga-Konkurrent aus Wetzlar verzeichneten auch die Melsunger für die neue Spielzeit vergleichsweise wenig Transferaktivitäten. Oder um es mit den Worten von Trainer Heiko Grimm zu sagen: "Es hält sich im Rahmen. Wir haben nur zwei neue Spieler zu integrieren, und die spielen auch noch auf einer Position. Das macht es für mich leichter." Diese zwei Neuen auf der Rückraumposition sind Stefan Salger (kam von den Eulen Ludwigshafen) und kein Geringerer als Kai Häfner.

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Stand Häfner
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Der 30-Jährige, der den TSV Hannover-Burgdorf statt 2020 doch schon in diesem Jahr verlassen hat, ist der nächste Hochkaräter und namhafte deutsche Nationalspieler im MT-Kader. "Der Quantensprung waren die Verpflichtungen von Julius Kühn, Tobias Reichmann und Finn Lemke im Jahr 2017", antwortet Grimm auf die Frage, wie sich Melsungen zu einer Top-Adresse im deutschen Handball entwickeln konnte. Daran sollen auch die Abgänge der Zwillinge Michael (Berlin) und Philipp Müller (Leipzig) nichts ändern. Zudem hat Simon Birkefeldt den Club in Richtung Schweden (IFK Kristianstad) verlassen.

Der Trainer

Heiko Grimm übernahm im April 2018 das Melsunger Traineramt und geht damit in seine zweite richtige Saison mit den Nordhessen. Die abgelaufene Spielzeit hat der 41-Jährige genau analysiert. Eine Erkenntnis: zu viele Verletzte. Die medizinische Abteilung wurde deshalb um einen zweiten Physiotherapeuten ergänzt, um die Vorsorge zu verbessern. Doch das ist längst nicht alles. Grimms Blick in die Zukunft ist geprägt von einer Vision.

"Unser Ziel ist, dass wir uns in den kommenden Jahren in den Top fünf etablieren", sagt er – und holt aus: "Wenn man an die MT Melsungen denkt, soll Handball-Deutschland sagen: Ach, das ist doch der Spitzenclub in der Nähe von Kassel." Heißt konkret: Die MT will in einem Atemzug mit den Rhein-Neckar Löwen und sogar Meister Flensburg-Handewitt genannt werden.

Erwartungen an die neue Saison

Das kommende Spieljahr soll der nächste Schritt in genau diese Richtung sein. In DHB-Pokal, Bundesliga und EHF-Cup wollen die Nordhessen möglichst lange auf drei Hochzeiten tanzen. Die Rückkehr auf die internationale Bühne steht erst im Herbst an, die Drittrundenpartien werden am 16./17. November (Hinspiele) und 23./24. November (Rückspiele) ausgetragen. Ausgelost wird am 15. Oktober. Für die Rot-Weißen ist es nach 2015 und 2017 die dritte Teilnahme am Europapokal.

Wie gut werden sie mit dieser Dreifachbelastung umgehen können? Sind Gegner wie Leipzig oder Göppingen erneut sichere Punktelieferanten? Und wie gut stellt sich die MT Melsungen in der neuen Saison auf die Top-Clubs Flensburg-Handewitt und Kiel, in deren Phalanx sie einbrechen will, ein? Kernfragen, auf die die Vision von Trainer Heiko Grimm eine erste Antwort geben könnte.