Gemeinsam stark: Die MT Melsungen reist mit ihren Fans im Flieger nach Piräus.

Damit die finanziellen Folgen der Corona-Krise nicht den Verein bedrohen, zeigen die Spieler der MT Melsungen Solidarität. Sie verzichten auf einen Teil ihres Gehalts. Auch die Mitarbeitenden ziehen mit.

Nachdem die Spielergewerkschaft Goal Deutschland sich angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit der Handball-Bundesliga (HBL) in der vergangenen Woche auf einen Gehaltsverzicht seiner Profis verständigt hat, zieht jetzt der hessische Bundesliga-Club MT Melsungen nach. Die Spieler verzichten vorerst auf 25 Prozent ihres Gehalts.

"Für uns Spieler ist es selbstverständlich, dass auch wir in dieser Krisensituation einen Beitrag leisten müssen. Da gab es in der gesamten Mannschaft keine Diskussionen, den Verzicht haben wir einstimmig beschlossen", sagte Routinier Michael Allendorf am Mittwoch in einer Mitteilung des Vereins. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Bundesligasaison vorerst bis zum 22. April ausgesetzt.

Auch Mitarbeitende verzichten

Neben dem Bundesligateam werden auch die Vereinsangestellten im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Teile ihres Gehalts verzichten. Zudem hätten sich einige Dienstleister bereit erklärt, ihre Leistungen in vollem Umfang aufrecht zu erhalten, die Rechnungsbeträge aber in ähnlicher Weise zu reduzieren wie die Spieler ihre Gehälter.

Die Akteure der zweiten Mannschaft, die keine Gehälter beziehen, sind zu Reduzierungen der ihnen zustehenden Aufwandsentschädigungen bereit. "In der Corona-Krise wird noch sehr viel deutlicher, was Zusammengehörigkeitsgefühl bei uns heißt", lobte MT-Vorstand Axel Geerken.

Kurzarbeit bei der HSG

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar hatten bereits am Dienstag Kurzarbeit anmelden müssen. Den entsprechenden Antrag habe Geschäftsführer Björn Seipp bei der Agentur für Arbeit eingereicht, teilte der Club mit. "Wir können nicht trainieren, weil alle dafür notwendigen Einrichtungen geschlossen sind, und schon gar nicht Handball spielen. Deshalb sind wir gezwungen Kurzarbeit anzumelden", sagte Seipp. "Sie ist derzeit für viele Unternehmen in unserem Land ein extrem wichtiges staatliches Hilfsmittel, um die Not etwas zu lindern."