Der neue DHB-Kapitän Johannes Goller

Der gebürtige Rüdesheimer Johannes Golla führt die Handball-Nationalmannschaft am Freitag erstmals als Kapitän aufs Parkett. In einem runderneuerten Team nimmt er damit eine zentrale Rolle ein.

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DHB-Kapitän Johannes Golla
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Für Johannes Golla gibt es an diesem Freitag gleich zwei Gründe zum Feiern: Ab dem Morgen werden den neuen Anführer der deutschen Handballer sicher viele Glückwünsche zu seinem 24. Geburtstag erreichen, am Abend wird er die DHB-Auswahl im Länderspiel gegen Portugal in Luxemburg (20.15 Uhr) erstmals als Kapitän auf das Parkett führen. "Das ist eine spannende Aufgabe, der ich mich gerne stelle und die mich persönlich sicher weiterbringt", sagte der gebürtige Rüdesheimer, der als Profi bei der MT Melsungen begann und aktuell für den deutschen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt spielt.

Lobende Worte von Bundestrainer und Sportvorstand

Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren avancierte Golla vom Neuling zur Führungsfigur, die das deutsche Team durch die eingeleitete Umbruchphase und spätestens bei den großen Heim-Turnieren - EM 2024 und WM 2027 - wieder zu Medaillen führen soll. "Johannes hat eine unglaublich gute Entwicklung genommen in den vergangenen Jahren. Er ist Führungs- und Stammspieler in Flensburg geworden und hat auch in der DHB-Auswahl gezeigt, dass er ein Weltklassespieler geworden ist. Er kann der Mannschaft sehr viel geben - sowohl leistungsmäßig als auch durch seinen Charakter und seine persönliche Art", begründete Bundestrainer Alfred Gislason seine Entscheidung.

Golla hat das Zeug dazu, wie sein Vorgänger Uwe Gensheimer zum Gesicht der gesamten Sportart zu werden. Er bringt die nötige Mentalität und Qualität mit und zeichnet sich durch Fleiß und klare Worte aus. "Er ist ein kompletter Spieler, der im Angriff und in der Abwehr eine zentrale Rolle einnimmt. Deshalb kann er in allen Spielphasen sportlich vorangehen. Zudem hat er immer ein offenes Ohr und ist intelligent genug, um Gespräche zu initiieren und zu steuern", lobte DHB-Sportvorstand Axel Kromer den 1,95 Meter großen Hünen.

Viele Neulinge, viel Spaß

Am 9. März 2019 debütierte Golla gegen die Schweiz in der DHB-Auswahl, für die er in bisher 31 Länderspielen 84 Tore erzielte. Trotz seines jungen Alters gehört der Hesse im 18-köpfigen Kader für die beiden Portugal-Länderspiele - der zweite Vergleich steigt am Sonntag in Düsseldorf - zu den erfahrenen Spielern. Denn nach dem Ausfall der beiden verletzten Berliner Rückraumspieler Paul Drux und Fabian Wiede sowie von Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek, der aus familiären Gründen absagte, stehen gleich sieben Debütanten im Aufgebot. Hinzu kommt beispielsweise noch Torhüter Till Klimpke von der HSG Wetzlar.

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Gislason sieht dem Neustart erwartungsfroh entgegen. "Wir haben die vielen Neulinge in unser taktisches Konzept eingearbeitet. Alle sind begeistert bei der Sache, es macht sehr viel Spaß", berichtete der 62 Jahre alte Isländer.

Die "Kampfsau" blickt nach vorn

Golla nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Der Modellathlet, dem Co-Trainer Erik Wudtke vor der EM 2020 den Beinamen "Kampfsau" verpasst hatte, gehörte bei der verpatzten WM in Ägypten zu Jahresbeginn und der gescheiterten olympischen Medaillen-Mission im Sommer in Tokio zu den wenigen Lichtblicken im deutschen Team.

Jetzt geht der Blick nach vorne. "Wir müssen alle wieder die Lust auf die Nationalmannschaft entwickeln, dass alle gerne hierher kommen", sagte Golla. Er selbst will dabei als Kapitän mit gutem Beispiel vorangehen: "Die DHB-Auswahl ist eine große Mannschaft. Ich will den Mitspielern ein gutes Gefühl geben und jeden mitnehmen. Es ist ganz wichtig, dass jeder seine Rolle findet und einbezogen wird."

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