Zwei Spieler der Frankfurt Universe knien und beten gemeinsam.
Die Footballer der Frankfurt Universe hoffen, dass die Gläubiger einem Schuldenschnitt zustimmen. Bild © Imago

Das Insolvenzgericht Frankfurt hat das Verfahren gegen Football-Bundesligist Frankfurt Universe eröffnet. Nun kann Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister die Gespräche mit den Gläubigern aufnehmen. Viel wird es für die aber wohl nicht zu holen geben.

Thomas Rittmeister stehen anstrengende Monate bevor. Der Insolvenzverwalter der Frankfurt Universe muss sich mit rund 500 Gläubigern des Football-Bundesligisten einigen: darunter der FSV Frankfurt, Ex-Universe-Geschäftsführer Matthias Mämpel, die Agentur für Arbeit. Insgesamt steht die Universe mit rund 1,5 Millionen Euro bei seinen Gläubigern in der Kreide. Diese Summe hat Rittmeister offiziell in seinem Gutachten fürs Gericht genannt, sie stammt aus der Buchhaltung der Universe Betriebs-GmbH.

Das Insolvenzverfahren wurde zum Monatsbeginn am Sonntag eröffnet, wie ein Sprecher des Offenbacher Amtsgerichts dem hr-sport bestätigte. Rittmeister möchte bis zum Ende des Jahres ein Schuldenschnittangebot vorlegen. Dem müssen die Gläubiger zustimmen, damit es wieder aufwärts geht mit den Men in Purple.

Rittmeister weiß: Zu holen gibt es im Verein eigentlich nichts. "Ich rechne damit, dass es ein recht heftiger Schuldenschnitt wird", sagte er dementsprechend.

Den Spielbetrieb aufrechterhalten

Es gibt keine Festgeldkonten oder einen Maschinenpark, der aufgelöst und verhökert werden könnte. Alles, was die Hessen noch an Geld besitzen, wird benutzt, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Und selbst der ist noch immer nicht hundertprozentig gesichert, auch wenn man sich auf einem guten Weg befindet. "Am Anfang hatten wir eine Deckungslücke von 350.000 Euro, um die Saison zu spielen. Jetzt sind es knapp 80.000", so Rittmeister. Mit Hilfe einer Crowdfunding-Aktion soll der Rest zusammenkommen.

Am Bornheimer Hang fühlt man sich unweigerlich an den FSV Frankfurt erinnert. Die Fußballer hatten vergangenes Jahr rund drei Millionen Euro Schulden angesammelt. An die Gläubiger ausgezahlt wurden letztlich nur 2,6 Prozent davon. "Ich gehe davon aus, dass das, was für den FSV hängenbleibt, zu vernachlässigen ist", sagte FSV-Präsident Michael Görner dem hr-sport zur aktuellen Universe-Insolvenz.

Miete drastisch reduziert

Bei den Fußballern stehen die Footballer mit rund 70.000 Euro in der Kreide. Geld, das man beim noch immer nicht auf Rosen gebetteten Regionalligisten eigentlich gut gebrauchen könnte. "Das ist ein erheblicher Ausfall für uns. Das können wir nicht ohne Weiteres kompensieren", sagte Görner.

Der FSV kommt der Universe auch bei der Spielstätte entgegen. Damit auch in Zukunft nicht nur Lederbälle, sondern auch Ledereier über den Bornheimer Hang fliegen, senken die Fußballer als Hauptmieter die Stadionmiete drastisch herab. "Universe bezahlt weitaus weniger als die Hälfte pro Spiel, als es ursprünglich im Mietvertrag stand", so Görner. 10.000 bis 12.000 Euro sollten die Footballer ursprünglich pro Heimspiel zahlen. Der neue Mietvertrag für die laufende und die kommende Saison ist, laut Görner, im Prinzip unterschriftsreif.

2019 als Neustart

Sorgen um den FSV muss man sich aufgrund der finanziellen Ausfälle aber wohl nicht machen. Alles deutet darauf hin, dass die Stadt Frankfurt als Eigner entsprechende Maßnahmen ergreift. Vielleicht durch eine Mietminderung für die Fußballer. Görner will sich an Mutmaßungen nicht beteiligen. "De facto ist es so: Man muss in der Sportstadt Frankfurt schauen, wie man das hinbekommt", ist alles, was der FSV-Präsident sagt.

Thomas Rittmeister blickt optimistisch in die Zukunft. Stimmen die Gläubiger dem von ihm anvisierten Schuldenschnitt zu, kann die Universe Anfang 2019 einen Neustart wagen. Ohne Insolvenzverfahren.