Collage: Handball, Eckfahne, Eishockey-Tor

Die Zuschauer bleiben weg, die Vereine leiden: Die Corona-Krise trifft vor allem kleinere Profi-Clubs. Nun wurden Hilfsgelder vom Bund beschlossen. Die hessischen Vereine freut's - auch wenn damit nicht alle Probleme gelöst sind.

Die Profiligen in Deutschland können sich in der Corona-Krise auf die erhoffte Zahlung von Hilfsgeldern des Bundes einstellen. Die Koalitionspartner einigten sich im Rahmen des milliardenschweren Konjunkturpakets auf eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200 Millionen Euro. Eine Beschlussvorlage muss in den kommenden Tagen noch von den entsprechenden Institutionen wie Haushaltsausschuss und Bundestag beschlossen werden. Dies gilt aber als Formalie.

Eine Entscheidung, die auch die Clubs in Hessen aufatmen lässt. "Das sind die Signale, die wir brauchen", betont Andreas Ortwein, einer der Iniatiatoren der Teamsport Hessen-Initiative und gleichzeitig Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten aus Bad Nauheim, im Gespräch mit dem hr-sport. "Es bewegt sich etwas, die Politik hat einen Baustein eingefügt."

Genaue Voraussetzungen noch unbekannt

Teamsport Hessen ist ein Zusammenschluss von gleich 16 Vereinen aus verschiedenen Sportarten. Neben dem EC aus Bad Nauheim befinden sich auch Handball-, Volleyball-, Basketball-, Football- und andere Eishockey-Clubs in der Interessengemeinschaft. Auch wenn die Zahlung der Hilfsgeldern ein gutes Zeichen ist, betont Ortwein auch: "Keiner kennt die Voraussetzungen, wie viel jeder einzelne Club erhält, wie viel bei ihm übrig bleibt."

Auch die Gießen 46ers sind Teil ein von Teamsport Hessen - und würden von den Hilfsgeldern profitieren. "Ich sehe das als positives Signal der Politik und richtungsweisenden Schritt", so Geschäftsführer Michael Koch auf hr-sport-Nachfrage. "Jedes Team wird sich über Unterstützung - in welcher Höhe auch immer - freuen. Wir sitzen alle in einem Boot und die wegfallenden Ticketeinnahmen sind für viele Teams ein großer Bestandteil ihres Jahresetats."

Bald müssen wieder Zuschauer her

Ähnlich sieht es Jörg Krick, Geschäftsführer der United Volleys und damit ebenfalls ein Mitglied der Interessengemeinschaft Teamsport Hessen. "Die Signalwirkung ist absolut die richtige. Die Politik hat erkannt, dass die Vereine diese Ausnahmesituation unmöglich allein bewältigen können, und handelt entsprechend. Dabei darf auch das Land Hessen nicht unerwähnt bleiben, dass schnell reagiert und den Profivereinen zunächst auf Darlehensbasis die dringend notwendige Luft zum Atmen und Überleben verschafft hat", so der Volleys-Manager.

Ob nun Eishockey, Basketball, Handball oder Volleyball - alle eint eine Gewissheit: Lange geht es ohne Zuschauer aber auch trotz der 200-Millionen-Hilfe nicht gut. "Geisterspiele sind ein wirtschaftliches K.o.-Kriterium", so EC-Geschäftsführer Ortwein. Aber selbst, wenn wieder ein paar Zuschauer unter Auflagen in die Arenen und Hallen dürften, wäre das alles andere als lukrativ. "Auch Geisterspiele 'light' müssten ausgeglichen werden", betont Ortwein.

"Das würden viele Vereine nicht überleben"

Michael Koch aus Gießen zeichnet da ein düsteres Szenario: "Geisterspiele oder Wohnzimmerspiele sind auf Dauer nicht haltbar. Eine komplette Saison ohne Zuschauer werden nicht viele Vereine überleben können." Die 200 Millionen Euro vom Bund sind zumindest ein Anfang, damit genau dieses Szenario am Ende nicht eintritt.