Mit einem Ultra-Triathlon über insgesamt fast 7.000 Kilometer peilt Extremsportler Dirk Leonhardt aus Bruchköbel einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde an. Pausen soll es nur wenn nötig geben. Die Deadline, bis wann er fertig sein muss, hat ihm seine Familie gesetzt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ultra-Triathlet Leonhardt peilt Weltrekord an

Ultratriathlet Leonhardt
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Dirk Leonhardt ist Triathlet. Genauer gesagt: Ultra-Triathlet. Ein bisschen Schwimmen hier, ein bisschen Radfahren da, zum Abschluss noch eine lockere Runde laufen – das reicht dem Extremsportler aus Bruchköbel schon lange nicht mehr. Für ihn müssen es die ganz großen Distanzen sein. Und das will er ab Donnerstag mit einem ambitionierten und für viele unglaublichen Weltrekordversuch unter Beweis stellen.

Leonhardts Plan: ein Ultra-Triathlon über 200 Kilometer Schwimmen, 5.400 Kilometer Radfahren und 1.320 Kilometer Laufen. Das ist in Summe ungefähr das 30-fache einer Ironman-Langdistanz, bei der üblicherweise 3,8 Kilometer geschwommen, 180 Kilometer geradelt und ein Marathon absolviert werden. Übersteht Leonhardt diese Strapazen, winkt ihm ein Platz im Guinness-Buch der Rekorde.

Dirk Leonhardt: "Ist schon ein bisschen verrückt"

"Ich weiß selbst nicht, warum ich das tue", gestand der Familienvater im hr3-Gespräch. "Mich treibt aber der Wunsch an, über die Schmerzgrenze hinweg zu gehen. Das ist schon ein bisschen verrückt, aber wahnsinnig würde ich es nicht nennen."

Sein "ein bisschen verrücktes" Unterfangen beginnt für Leonhardt am Donnerstagmorgen um 7 Uhr. In einem Badesee nahe Biblis absolviert er zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang die Schwimmstrecke. Pausen macht er nur für Verpflegung und Toilettengänge - und aus Sicherheitsgründen während der Dunkelheit, was aber die Suche nach einem Zeitpunkt für die Schlafpausen erleichtern dürfte. Mit den 200 Kilometern will Leonhardt nach sieben Tagen fertig sein.

15 Tage für 5.400 Rad-Kilometer

Doch das wird erst der Anfang gewesen sein. Je nachdem, um wie viel Uhr er aus dem Wasser steigt, will der Ultra-Triathlet direkt mit der ersten Radrunde starten. Diese wird ihn später von seiner Heimat Bruchköbel über Aschaffenburg und Frankfurt zurück nach Bruchköbel führen. Diese 100 Kilometer lange Strecke, die sich wegen Corona auf das Rhein-Main-Gebiet beschränkt, will Leonhardt vier Mal pro Tag fahren. Für die insgesant 5.400 Kilometer wird er also voraussichtlich 15 Tage benötigen.

Und dann geht es weiter. Mit dem Laufen. Erst wenn der 38-Jährige die klassische Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer sage und schreibe 31,5 Mal hinter sich gebracht hat, ist sein Weltrekord amtlich. Auch das wird, wenn alles gut läuft, noch einmal rund zwei Wochen dauern. Eine zeitliche Begrenzung gibt es für Leonhardt offiziell übrigens nicht. Rein theoretisch könnte er sich mehr Zeit lassen als die angepeilten 37 Tage, mal etwas langsamer und mal etwas schneller unterwegs sein.

"Meine Frau sagt: Dann ist Schluss"

Allerdings: Der Extremsportler ist voll berufstätig, hat also keinen beliebig langen Urlaub zur Verfügung. Und: Mitte August steht bei seinem Nachwuchs die Schuleinführungsfeier an. "Da hat meine Frau gesagt: Da ist dann endgültig Schluss." Ob es Leonhardt bis dahin gepackt hat? "Jeder kann so etwas schaffen, wenn er wirklich einen solchen Traum in sich trägt", sagt er. "Ich bin nicht superathletisch oder schnell, aber ich habe Biss. Und wenn man etwas vorhat, dann kann man das schaffen."

Sendung: hr3, 01.07.2020, 8.10 Uhr