Die Corona-Zeit hat die Pläne von Tennisspielerin Andrea Petkovic ordentlich durcheinander gewirbelt. Immerhin ihr Debütroman ist an diesem Donnerstag pünktlich veröffentlicht worden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Petkovic: "Tennis ist wie eine griechische Tragödie"

Andrea Petkovic will noch ein weiteres Jahr Tennis spielen.
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Nach diesem Jahr sollte Schluss sein. Sollte. Denn Andrea Petkovic hat inzwischen beschlossen, noch ein Jahr als Tennisspielerin dranzuhängen. "Für mich hat sich alles verschoben. 2020 sollte mein letztes Jahr im Tennis werden, aber das ist jetzt durcheinander geworfen worden", erzählt die Darmstädterin im Talk mit Bärbel Schäfer, der am Sonntag in hr3 ausgestrahlt wird.

Einfacher werde es dadurch aber ganz sicher nicht, wie Petkovic verrät. "Für ältere Sportler ist das echt ein herber Rückschlag. 32 ist als Sportler ein Alter. Du merkst jeden Tag deines Alters, der dich Regenerationszeit kostet", beschreibt sie die Qualen nach den Spielen.

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Petkovic-Talk auf hr3

Das gesamte Interview mit Andrea Petkovic gibt es am Sonntag ab 10 Uhr im "Sonntagstalk in hr3" bei Bärbel Schäfer.

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Autoren-Debüt aus der Waldhütte

Doch die Darmstädterin hat sich längst weitere Standbeine aufgebaut: Sie moderiert im ZDF, außerdem ist an diesem Donnerstag ihr erstes Buch "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" erschienen. "Ich wollte keine klassische Autobiografie schreiben. Ich wollte eine neue Form ausprobieren und habe Episoden aus meinem Leben genommen und sie literarisch verarbeitet." Dafür mietete sich Petkovic unter anderem eine Hütte im Wald, wo sie sich auf das Schreiben konzentrieren konnte.

Vom Tennis war sie gewohnt, schnell zu arbeiten und schnell Resultate zu erzielen. "Schreiben ist das komplette Gegenteil", musste die Südhessin nun feststellen. Man habe viel mehr Zeit und ja sogar die Möglichkeit, einen Absatz einfach nochmal neu zu schreiben. Beim Tennis kann man den ersten Satz nicht einfach nochmal spielen.

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Buch-Tipp

Andrea Petkovic: "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht". Kiepenheuer & Witsch. 272 Seiten. 20 Euro.

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Ein Leben im Viereck

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Petkovic: 4.000 Dollar Strafe fürs Fluchen

Andrea Petkovic will noch ein weiteres Jahr Tennis spielen.
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Natürlich hat die 32-Jährige aber auch Schnittstellen zwischen der Literatur und dem Sport ausgemacht. "Sobald man den Tennisplatz betritt, ist es ein bisschen wie eine griechische Tragödie", sagt sie. "Ein ganzes Leben auf dieses Viereck gepresst und man hat Glück, man hat Pech, man hat auf einmal einen unglaublichen Lauf, dann läuft auf einmal alles gegen einen. Und die Kunst ist, mit allen diesen Facetten umgehen zu können."

Petkovic weiß, wovon sie spricht: Erst kürzlich musste sie eine herbe Enttäuschung einstecken, als für sie schon in der ersten Runde der French Open Schluss war. In schlechten Momente schimpfe sie schon mal mit sich selbst, erzählt sie. "Ich sag meistens 'Man, jetzt reiß dich mal zusammen'." Für das Fluchen auf dem Platz habe sie gar mal 4.000 Dollar Strafe zahlen müssen. Zum Ende ihrer Karriere sollen es 2021 dann aber noch mal kostenlose Jubelstürme sein.

Andrea Petkovic ist an zwei Tagen Gast auf der ARD-Buchmessenbühne in der Frankfurter Festhalle. Am Donnerstag, 15. Oktober, 13.30 Uhr, und am Sonntag, 18. Oktober, 16 Uhr. Live zu erleben in der Festhalle oder im Livestream.