Der Vorschlag der Stadt Frankfurt, eine Multifunktions-Arena nahe des Stadions der Eintracht zu bauen, stößt bei den Sport-Clubs der Metropole auf Vorbehalte. Einzig die Basketballer der Skyliners sind nicht komplett abgeneigt.

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Pressekonferenz zum Plan der Multifunktionshalle

Eine Visualisierung der Multifunktionshalle am Waldstadion
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Frankfurts Profisport-Clubs reagieren teils mit Verwunderung und Zurückhaltung auf die Pläne der Stadt, eine neue Multifunktions-Arena unweit des Waldstadions von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt bauen zu lassen. Die Idee dahinter hatte Sport- und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) in dieser Woche vorgestellt.

"Gerade weil die Atmosphäre der Zusammenarbeit mit Mike Josef deutlich enger und vertrauensvoller ist als mit seinem Vorgänger, hat es uns umso mehr überrascht, dass der Sportdezernent, ohne vorab mit uns zu sprechen, die Idee einer Arena am Stadion der Öffentlichkeit vorgestellt hat", sagte Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter von Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt, auf hr-Nachfrage. Der Idee, von der sich die Löwen überrumpelt fühlen, erteilten sie eine klare Absage. "Es konnte zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran geben, dass die Löwen in einer anderen Arena als 'The Dome' spielen werden."

Arena in Frankfurt: Löwen und United Volleys für "The Dome"

"The Dome" – ein mögliches Bauprojekt ganz in der Nähe des Flughafens – ist einer von nun insgesamt drei Vorschlägen für den Standort einer neuen Arena in Frankfurt. Neben den Löwen, die nach Möglichkeit noch in diesem Frühjahr in die erste Liga aufsteigen wollen, haben sich auch die Bundesliga-Volleyballer der United Volleys für "The Dome" ausgesprochen.

"Die Nachricht über die neuen Pläne erreichte mich sehr spontan", sagte Volleys-Gesellschafter Alexander Korosek dem hr. "Warum man nun das Rad wieder neu erfinden möchte, ist mir ein Rätsel." Man komme an einen Punkt, an dem man nicht wisse, "woran man mit dem Projekt am Stadion ist", so Korosek weiter: "Daher halten wir als Vertragspartner weiterhin an dem Projekt 'The Dome' und ebenfalls an der guten und professionellen Zusammenarbeit mit den Löwen Frankfurt fest."

Skyliners pro Kaiserlei – aber offen für andere Ideen

Den dritten – und bereits seit vielen Jahren heiß diskutierten – Standort am Kaiserlei-Kreisel an der Grenze zu Offenbach treibt vor allem Basketball-Bundesligist Skyliners Frankfurt voran. Allerdings: "Da wir ohnehin in regem Austausch über den gemeinsamen Betrieb und den Bau der grünen Stadtarena am Kaiserlei mit der Eintracht sind, können wir uns dies natürlich auch genauso an jedem anderen sinnvollen Standort in Frankfurt vorstellen", so Gunnar Wöbke, geschäftsführender Gesellschafter der Skyliners, auf hr-Anfrage.

Der Kaiserlei sei dennoch "der mit Abstand beste Standort für eine solche Arena" in Frankfurt. "Damit fahren wir ab jetzt zweigleisig. Wir brauchen deshalb in jedem Fall den Aufstellungsbeschluss für den Kaiserlei, um dort Baurecht zu schaffen", sagte Wöbke. "Sonst verlieren wir sinnlos weitere Jahre, wenn sich dann aus irgendeinem Grund rausstellen sollte, dass die Arena am Stadion doch nicht realisierbar ist."

Wöbke: "Sind bereit zu investieren"

Ähnlich wie die Eintracht im Fußballstadion wollen Wöbke und die Skyliners den Arenabetrieb durch eine Betreibergesellschaft selbst verantworten: "Dafür sind wir bereit zu investieren, wenn es sich um ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Projekt handelt."

Angesichts der bereits länger existierenden Ideen für Flughafen und Kaiserlei kam der Vorschlag der Stadt Frankfurt, eine Multifunktionshalle im Stadtwald bauen zu lassen, durchaus überraschend daher. Sportdezernent Josef hatte am Mittwoch eine Machbarkeitsstudie vorgestellt und unter anderem auf die schnelle Realisierbarkeit verwiesen. Für das Gelände im Stadtwald gibt es bereits eine Baugenehmeigung für eine solche Halle aus dem Jahr 2006, als die Eintracht eine neue Arena bekam. Damals scheiterte das Vorhaben allerdings - unter anderem an der Finanzierung.

Fakt ist: Sowohl die Stadt als auch die Vereine wünschen sich seit langem eine neue Arena für Sport und andere Events wie Konzerte. Die Diskussionen über die möglichen Standorte dürften aber wohl noch etwas andauern.