Imago Degenkolb
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Eigentlich war John Degenkolb gut dabei beim Klassiker Mailand-Sanremo. Doch dann sprang dem Oberurseler die Kette vom Rad. Top-Favorit Julian Alaphilippe überquerte als erster die Ziellinie.

John Degenkolb blickte nach unten und konnte es nicht begreifen. Ausgerechnet in der Abfahrt vom Poggio, wenige Kilometer vor dem Ziel, sprang dem aussichtsreichen deutschen Fahrer die Kette von seinem Rad - aus und vorbei der Traum vom erneuten Sieg beim Klassiker Mailand-Sanremo. Stattdessen setzte sich der französische Top-Favorit Julian Alaphilippe durch und feierte auf der berühmten Via Roma seinen ersten Triumph bei einem Radsport-Monument.

Degenkolb auf dem Weg zum Anschluss

Degenkolb rollte am Ende als 84. mit einem Rückstand von 2:37 Minuten mit finsterer Miene ins Ziel, das Glück war diesmal einfach nicht auf seiner Seite. Alaphilippe (26) sicherte sich den Erfolg nach einem kraftvollen Sprint aus einer Führungsgruppe. Der Profi aus der Mannschaft Deceuninck-Quick Step gewann vor dem Belgier Oliver Naesen (AG2R) und dem Polen Michal Kwiatkowski (Sky). "Ich brauche erstmal Zeit, um das zu begreifen", sagte Alaphilippe überwältigt.

Gut sechs Kilometer vor dem Ziel setzte der Top-Favorit am Poggio seinen lang erwarteten Angriff, doch der dreimalige Weltmeister Peter Sagan und auch der amtierende Weltmeister Alejandro Valverde ließen sich davon nicht irritieren. Eine Selektion gelang Alaphilippe aber schon, denn einige der besten Sprinter hielten dem hohen Tempo nicht stand. Auch Degenkolb verlor ein wenig den Anschluss, war aber später gerade drauf und dran, wieder aufzuschließen, als ihn der technische Defekt ereilte.

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Hatte sich viel ausgerechnet

Das stundenlange Vorgeplänkel der Favoriten hatte eingangs des Finals an der Cipressa, der ersten Schlüsselstelle, ein Ende. Ernsthafte Attacken ließen aber noch auf sich warten. Degenkolb war gut in Nähe der Spitze zu erkennen, sein Tritt wirkte noch locker, und er war jederzeit auf der Höhe des Geschehens. "Ich hatte das Zeug, hier um den Sieg mitzusprinten. Dann fällt mir die Kette runter, und das Rennen war gelaufen", sagte der Oberurseler tief enttäuscht

Degenkolb hatte sich vor dem Rennen viel ausgerechnet, seine Erwartungen waren hoch. "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich 2015 wiederholen kann", sagte der 30-Jährige. Vor vier Jahren hatte Degenkolb auf der Via Roma triumphiert, wenig später folgte der spektakuläre Sieg bei Paris-Roubaix. Dann wurde es schwierig. 2016 verhinderten die Folgen eines schwerwiegenden Trainingsunfalls seinen Start bei der Primavera, 2018 musste er erkrankt passen. Und auch in diesem Jahr war der Klassikerspezialist unverschuldet ohne Chance.