Knapp 14 Monate nach seinem Rücktritt vom Profisport sehnt der fünfmalige Darts-Weltmeister Raymond van Barneveld sein Comeback herbei. Der Kontrast zwischen Abgang und Neustart könnte dabei kaum krasser sein.

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Raymond van Barneveld
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Im Dezember 2019 verlor der 53 Jahre alte Niederländer Raymond van Barneveld sein bisher letztes WM-Match im Alexandra Palace von London, auf der größten Darts-Bühne der Welt. Nun tritt "Barney" ab Montag in einem Hotel in Niedernhausen (Rhein-Taunus) gegen zahlreiche Amateure bei der sogenannten Q-School an, um überhaupt wieder auf der Darts-Profitour zugelassen zu werden.

"Ich war niemals glücklich mit meiner Entscheidung zurückzutreten. Ich habe nie gedacht, dass das gut für mich ist", sagte van Barneveld in einem Interview dem britischen Sender Sky Sports. Er habe das Spiel und die Aufmerksamkeit der Fans vermisst, erklärte der Routinier, der schon häufiger mit Rücktrittserklärungen für Wirbel gesorgt hatte - und dann zügig wieder zurückruderte.

"Hoffentlich werden sie sehr nervös"

Diesmal ist der Weg schwieriger. Van Barneveld hat keine Tour-Card mehr, er muss sie sich an insgesamt sieben Wettkampftagen in der hessischen Provinz erkämpfen. "Es wird Spieler mit einem Durchschnitt von 60 Punkten pro Aufnahme geben. Ich kenne sie nicht, aber sie kennen mich, und hoffentlich werden sie sehr nervös, wenn sie gegen mich spielen", sagte "Barney".

Unterdessen freut sich der hessische Profi Max Hopp auf den Comebackversuch - und traut der niederländischen Legende auch über ein Jahr nach dem Rücktritt einiges zu. "Ich glaube, in Barney schlummert immer noch der Champion, sein Wurfstil ist schnörkellos und er hat jahrelange Erfahrung auf Top-Niveau", sagte der Weltranglisten-39. aus Idstein. "Er ist eine Ikone im Dartssport, er gehört nochmal auf die große Bühne."

Van Barneveld kämpft um einen von elf Startplätzen

Van Barneveld habe viele Niederlagen hinnehmen und in den vergangenen Jahren privat wie beruflich schwer kämpfen müssen, so Hopp weiter. "Deswegen glaube ich, das Jahr Pause hat ihm gut getan, und ich drücke ihm fest die Daumen, dass ihm ein Comeback gelingt."

Van Barneveld gehört zu insgesamt 668 Spielern, die sich in verschiedenen Turnieren der Q-School eine Tourkarte erspielen wollen. Der Niederländer streitet sich dabei ab Montag mit 270 anderen Spielern um elf freie Startplätze für die PDC-Tour. Die Finalrunde findet vom 14. bis 17. Februar statt.