Andrea Petkovic hat ihre Grand-Slam-Karriere beendet.

Eine erfolgreiche Karriere endete bei den US-Open bereits in Runde eins. Die Darmstädterin Andrea Petkovic ließ ihren Gefühlen nach dem Duell gegen die Schweizerin Belinda Bencic freien Lauf.

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Andrea Petkovic beendet Karriere

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Immer wieder brach Andrea Petkovic in Tränen aus, die hochemotionale Achterbahnfahrt zum Abschied von der großen Tennis-Bühne hinterließ tiefe Spuren in ihrem Gesicht. Während Ikone Serena Williams den enormen Trubel um ihren angekündigten Rücktritt scheinbar cool weggesteckt hat, wirkte Petkovic sehr mitgenommen.

Emotionaler Abschied von Petkovic

"Ich frage mich, wie Serena das gemacht hat", sagte die 34-Jährige nach ihrem Erstrunden-Aus bei den US Open: "Ich habe gerade so viel Empathie und Sympathie für sie." Genau wie die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin hatte auch Petkovic vor den US Open bekanntgegeben, im Anschluss ihre Karriere beenden zu wollen.

"Ich war die letzten fünf Tage wirklich am Boden zerstört", gab die siebenmalige WTA-Turniersiegerin zu. Diese "pure Traurigkeit" hätte sie beinahe auch bei ihrem letzten Grand-Slam-Spiel gegen Olympiasiegerin Belinda Bencic aus der Schweiz übermannt - doch dann richtete Petkovic die richtigen Worte an sich selbst: "Wofür kennen dich die Leute? Wofür stehst du? Für Kämpfen! Nach jedem Ball rennen! Niemals aufgeben!"

Allein der Gedanke bricht ihr das Herz

Nach dem ultranervösen Start bot sie der Favoritin beim knappen 2:6, 6:4, 4:6 einen harten Kampf. "Ich habe mich zusammengerissen", sagte Petkovic, "so möchte ich auch in Erinnerung behalten werden." Nach 16 ereignisreichen Jahren im Profitennis ist für die frühere Weltranglisten-Neunte nun Schluss - es sei denn, sie hängt noch ein kleines Turnier in Europa ran.

Doch einen 49. Grand Slam wird es für die Darmstädterin nicht mehr geben - und allein der Gedanke daran bricht ihr das Herz. "Wenn mein Körper es zulassen würde, würde ich noch 35 Jahre weiter spielen", sagte sie dem hr-sport scherzhaft. "Aber ich glaube, dass will dann auch keiner mehr sehen."

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Petkovic: "Meine Freunde sind schon besoffen im Garten"

Andrea Petkovic beim Interview
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Petkovic bereits als Moderation, Autorin und Kolumnistin unterwegs

Verletzungen hatten die aktuelle Nummer 92 der Welt zuletzt immer wieder ausgebremst. "Ich habe die letzten vier Wochen fast ausschließlich nur mit Schmerzmitteln trainieren können – und hatte trotzdem Schmerzen", erzählte sie. Die körperlichen Strapazen des Profi-Sports waren für die Darmstädterin der Hauptgrund, um ihre Karriere in diesem Jahr zu beenden.

Und was kommt jetzt? Langweilig dürfte der vielseitigen Petkovic, die sich in den vergangenen Jahren unter anderem schon als Sportmoderatorin, Autorin und Kolumnistin ausprobiert hat, nicht werden.

"Habe das Gefühl, dass ich alles zu Ende gebracht habe"

Auf jeden Fall wolle sie weiter als eine Art Mentorin für Talente wie Jule Niemeier agieren, die in der Nacht zum Mittwoch gegen die frühere Australien-Open-Siegerin Sofia Kenin für den einzigen deutschen Erstrundensieg in New York gesorgt hatte. "Ich habe an Jule Niemeier geglaubt, bevor sie irgendeiner auf dem Schirm hatte", betonte Petkovic.

Beim Rücktritt war ihr aber eine andere zuvorgekommen: Serena Williams (40). Eigentlich wollte die Deutsche ihren Fans schon vor drei Wochen vom geplanten Karriereende berichten, doch der US-Star war schneller. "Am nächsten Morgen wache ich auf, mein Handy blinkt zu verrückt, weil das Serena-Stück bei der Vogue herauskam", erzählte Petkovic: "Okay, dachte ich mir, es wird also niemanden mehr interessieren." Sie habe dem Spiel zwar ganz offensichtlich "nicht so viel gegeben wie Serena", sagte Petkovic, "aber in meiner eigenen kleinen Welt habe ich das Gefühl, dass ich alles zu Ende gebracht habe."