Darts-Profi Max Hopp in Aktion

Er galt als kommender Star des Darts-Sports, in diesem Jahr ist er nicht mal bei der WM im Londoner Ally Pally dabei. Der Idsteiner Max Hopp kämpft mit sich und den Hype-Nebenwirkungen. Klar ist: Es muss sich etwas ändern.

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Mit 16 Jahren zur Darts WM

hs
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Max Hopp muss mal wieder von vorne anfangen. Als er mit 16 Jahren erstmals im Ally Pally auftrat, sahen viele schon den ersten deutschen Darts-Weltmeister am Horizont. Hype und Hoffnung konzentrierten sich auf eine Person, häufig befeuert vom selbstbewussten Hopp. Knapp zehn Jahre später wird das inzwischen auf 96 Teilnehmer aufgestockte WM-Turnier in London ohne den "Maximiser" stattfinden. Und der 25 Jahre alte Idsteiner sagt: "Ich würde sagen, das ist die schlechteste Saison meiner Karriere. Sowohl von den Resultaten als auch von der Spielweise her."

"Der nächste Schritt ist nicht gekommen. Er ist jetzt da, wo er 2017 schon mal war. Zurück auf null", sagt auch Darts-Experte Elmar Paulke über Hopp, der als Jugendlicher nicht nur die große Hoffnung war, sondern auch jahrelang die deutsche Nummer eins.

Hopp stürzt im Ranking ab

Das ist jetzt nicht mehr so, Gabriel Clemens ist vorbeigezogen. Und Hopp kämpft noch immer mit einer extremen Erwartungshaltung, die er wieder und wieder auch selbst mit angestachelt hat. "Natürlich kann ich offen und ehrlich sagen: Als ich in der Position eins in Deutschland war, habe ich natürlich viel zum Hype beigetragen", sagt Hopp der dpa. "Ich habe schon mal Sprüche rausgeklopft, weil es natürlich auch einen Vorteil neben dem Darts haben kann, wenn du eine gewisse Plattform hast."

Der Hype, zumindest der Hopp-Hype, ist ein Stück weit vorbei. Der Hesse ist die Nummer 47 der Weltrangliste, die Nummer 84 der Pro-Tour-Weltrangliste und in Deutschland nur noch einer von vielen - im Falle der WM sogar keiner von vieren (Clemens, Martin Schindler, der Frankfurter Fabian Schmutzler, Florian Hempel), die beim wichtigsten und bestdotierten Event des Jahres mitspielen. Entsprechend hat sich das öffentliche Interesse gewandelt. Der Fokus einer vor allem in der Weihnachtszeit weiterwachsenden Darts-Nation konzentriert sich nun nicht mehr auf einen jungen Mann, sondern auf viele.

Kritik von Experte Paulke

Paulke sieht Hopp an "einem schwierigen und wegweisenden Punkt" in dessen Karriere, er übt auch Kritik an der Herangehensweise. "Der Fokus liegt in meinen Augen zu wenig auf dem 'Ich bin Sportler und darauf kommt es an'. Max hat zu viele andere Baustellen." Abgesehen von einem Turniersieg in Saarbrücken und dem Halbfinaleinzug bei der Heim-EM in Dortmund sind die ersehnten großen Erfolge bislang ausgeblieben.

Läuft es schlecht, steckt Hopp entsprechend ein. "Es ist schade, was ich da manchmal lesen muss. Die Fanpost holt mein Vater und dann wird da gefiltert. Was man da für Anfeindungen und Drohungen kriegt, das ist jenseits von Gut und Böse", sagte der Darts-Profi. Auch in den Sozialen Medien wird er beleidigt, Verwandte von ihm werden nach Hopps Aussagen in der Schule gemobbt. "Dass es gegen den Namen Hopp in Deutschland einen Hass gibt, kennen wir ja vom Fußball. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das überträgt", schilderte er. "Ich finde es schade, dass der Name so ein Feindbild erzeugt, zumal ich mit Dietmar Hopp in absolut keinem Verhältnis stehe."

Hopp bleibt optimistisch

Wie kann der Weg nach dem Pannenjahr 2021 wieder nach oben führen? "Ich weiß, was ich kann. Um es mit Autos zu vergleichen: Ich weiß, dass ich PS habe - ich kriege sie nur nicht auf die Straße", sagte Hopp, dessen selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten in besseren Phasen als Stärke galt.

Läuft es bei der WM besonders günstig für mehrere seiner Rivalen, droht Hopp gar der Verlust der sogenannten Tourcard, die zur Teilnahme an vielen Weltranglistenturnieren berechtigt. Das wäre definitiv ein Tiefpunkt. Hopp selbst will sich keinen Stress machen. "25 ist im Darts noch kein Alter. Theoretisch habe ich noch viele, viele Jahre."

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