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Für Darts-Profi Max Hopp aus Idstein geht es bei der Team-WM mal wieder um den ganz großen Wurf. Diesmal aber stehen die Chancen gut - sehr gut sogar. Das liegt auch an seinem Teamkollegen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hopp hofft auf den großen Wurf

Max Hopp
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Das stärkste Aufgebot, eine glückliche Auslosung und günstige Umstände: Deutschlands Chancen auf einen ganz großen Darts-Coup standen selten so gut wie bei der bevorstehenden Team-WM in Salzburg. Auch für den Idsteiner Max Hopp. Der Heimvorteil des ursprünglich in Hamburg geplanten Events entfällt zwar, wäre für Hopp und Teamkollege Gabriel Clemens angesichts leerer Ränge wegen der Coronavirus-Pandemie aber ohnehin nicht so groß gewesen. "Wir können wirklich auch die ganz großen Jungs an einem Top-Tag schlagen. Es ist auf jeden Fall die spielstärkste Paarung, die wir bisher hatten bei einem World Cup", sagte Hopp.

In diesem Jahr scheint alles möglich. Der 24 Jahre alte Hopp und sein 37 Jahre alter Kollege Clemens befinden sich beide in guter Form und sind die zweifellos besten Darts-Spieler Deutschlands. Beide spielen inzwischen hauptberuflich und können gut von ihrer Profikarriere leben. In der Rangliste stehen sie auf den Plätzen 32 (Clemens) und 34 (Hopp) und somit besser, als es vorher ein deutsches Duo geschafft hatte.

Riesige Vorfreude

Die Team-WM ist das einzige große Event, bei dem die Profis nicht nur für sich, sondern auch im Doppel Pfeile werfen. "Die Vorfreude ist riesig. Ich habe noch nicht so oft für Deutschland gespielt. Das ist etwas ganz Besonderes, überhaupt für Deutschland anzutreten", sagte Clemens, genannt "The German Giant", bei DAZN. Den Modus im Doppel kenne er eigentlich nur vom E-Darts, wie man es aus diversen Spielhallen und Kneipen kennt, berichtete der Saarländer.

Das deutsche Duo startet am Freitag (ab 19 Uhr) nicht nur als Geheimfavorit in das mit knapp 400.000 Euro dotierte Turnier, sondern auch als ambitionierter Herausforderer der Top-Nationen England, Wales und Niederlande. Zunächst gilt es aber, Pflichtaufgabe Finnland in einem einzigen Doppel zu meistern. "Wenn wir es hinkriegen, als Team gut zu agieren, können wir sehr weit kommen. Ich denke schon, dass ein Viertelfinale da möglich ist", sagte Hopp.

Schwächen der Konkurrenz nutzen?

Deutschlands bekanntester Darts-Profi verwies darauf, dass die Niederlande nach Finnland und einem Zweitrundenduell mit Schweden oder Griechenland in einem möglichen Viertelfinale der erste große Prüfstein wären. Beim viermaligen Sieger befindet sich Primus Michael van Gerwen gerade in einer Schaffenskrise. Seit dem Neustart nach vier Monaten Corona-Pause gewinnt er kaum noch Turniere. Sein großer Herausforderer Gerwyn Price aus Wales sagte jüngst gar: "Die Buchmacher haben momentan wohl mehr Angst vor Michael als wir."

Bisher ist Deutschland bei der Team-WM nie über das Viertelfinale hinausgekommen. Verläuft das Turnier so verrückt wie die vergangenen Monate, ist in Salzburg sogar der ganz große Wurf drin. "Wir erhoffen uns extrem viel", sagte der "Maximiser" Hopp - und Hoffnung ist in diesem Jahr ja ohnehin eine gute Sache.