Max Hopp

Der Idsteiner Max Hopp spielt bei der Home Tour im eigenen Wohnzimmer um die goldene Ananas. In den existenzbedrohenden Zeiten der Coronakrise hat Deutschlands bester Darts-Profi einen besonderen Wunsch.

Keine Darts-WM im legendären "Ally Pally", keine singenden Fans in bunten Kostümen? "Sie können von mir aus alles andere absagen, Hauptsache die WM findet statt", sagt Max Hopp. "Das wäre komplett surreal."

Aber irgendwie doch ziemlich gut vorstellbar. Denn angesichts der hohen Corona-Todeszahlen in Großbritannien bezweifelt auch Deutschlands bester Darts-Profi aus Idstein, dass der Saisonhöhepunkt zum Jahresende im Londoner Alexandra Palace stattfinden wird. "Eine WM ist möglich, aber ob sie wieder im Ally Pally sein wird, weiß ich nicht", sagt Hopp.

Max Hopp: Zur Not Geisterspiele

Auch die Vorstellung eines Turniers ohne Zuschauer reizt nicht gerade. "Als Spieler würde ich es sehr vermissen. Da würde dem Darts viel verloren gehen", so der "Maximiser". Es sei eine schwierige Situation, aber wenn es so weit komme, dann "müssen wir uns fügen und auch für ein Jahr Geisterspiele austragen", sagt Hopp.

Auf die "besondere Atmosphäre" will er eigentlich nur ungern verzichten, deshalb hat sich der 23-Jährige bereits eine kreative Lösung überlegt: "Einige Fans haben schon Tickets gekauft, vielleicht hängt man lustige Bilder von ihnen auf die Zuschauerplätze." Eine ähnliche Idee hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach schon in die Tat umgesetzt.

PDC kreierte neues Turnier

Die Coronakrise fordert außergewöhnliche Maßnahmen, für die professionellen Pfeilwerfer geht es teilweise ums finanzielle Überleben, da die Preisgelder ausbleiben. "Bei uns sind hundert Prozent der Einnahmen gestrichen", beklagt Hopp: "Als Sportler kannst du dich mit Messeauftritten, Shows oder als TV-Experte noch über schlechte Zeiten retten, das fällt jetzt alles weg."

Allerdings sei der führende Verband PDC sehr kulant gewesen und habe hilfsbedürftigen Spielern einen Vorschuss gewährt, der dann mit den späteren Preisgeldern verrechnet werde, erklärt Hopp. Und auch mit der neu geschaffenen Home Tour, einem Turnier aus den eigenen Wohnzimmern der Profis, habe der Verband gute Arbeit geleistet.

Home Tour "um die goldene Ananas"

Hopp, in der Weltrangliste derzeit auf Rang 23, wird am Dienstag (ab 20.30 Uhr) von seinem Arbeitszimmer aus gegen die Engländer Keegan Brown, Conan Whitehead und den Belgier Mike de Decker antreten. "Ich würde die Gruppe gerne gewinnen, auch wenn es um die goldene Ananas geht", sagt Hopp mit einem Lächeln. Es sei gut, "dass man den Fans etwas bietet".

Sportlich kam Hopp die Zwangspause sogar entgegen, da er zuletzt mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber zu kämpfen hatte. "Ich hatte genug Zeit, um mich gut auszukurieren", sagt Hopp, der sich unter anderem bei der Initiative "WeKickCorona" für wohltätige Zwecke engagiert. 

"Eine kleine gesellschaftliche Prüfung"

Es sei wichtig, "so gut wie möglich zu helfen und den Status als Sportler zu nutzen", sagt Hopp: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen, das ist eine kleine gesellschaftliche Prüfung."