Boris Becker im Gespräch mit Tim Pütz im Jahr 2017.

Am Dienstag spielt das deutsche Team im Davis-Cup-Viertelfinale gegen England. Tennis-Legende Boris Becker spricht ein Sonderlob für Tim Pütz im Doppel aus. Der Frankfurter selbst will wieder für eine Überraschung sorgen.

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Tim Pütz Davis Cup
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Tennis-Legende Boris Becker hat ein Sonderlob an den Frankfurter Tennisspieler Tim Pütz verteilt, der im Davis Cup gegen Österreich und Serbien jeweils im Doppel an der Seite von Kevin Krawietz die deutschen Siege gesichert hatte: "Er hat noch kein Doppel verloren für Deutschland und macht das sehr, sehr gut", sagte Becker am Montag: "Ich würde fast sagen, unser Doppel ist unser stärkster Punkt."

Die deutsche Mannschaft kämpft am Dienstag (16 Uhr) in Innsbruck gegen England um den Einzug ins Halbfinale. Wahrscheinlich ist, dass Jan-Lennard Struff und Dominik Koepfer wieder im Einzel und Kevin Krawietz und Pütz im Doppel antreten. So lief die Auswahl am Wochenende bei den Gruppenspielen gegen Serbien mit Topstar Novak Djokovic und gegen Österreich auf. Beide Male sicherte das Doppel den Punkt zum 2:1. Als Ersatzmann ist Peter Gojowczyk dabei. "Gegen Serbien und Djokovic war es etwas ganz Besonderes. In erster Linie war aber der Sieg ganz wichtig", sagte Pütz dem hr-sport.

Krawietz: Sind gut miteinander befreundet

Zur Herausforderung gegen England sagte der Frankfurter weiter: "Auf dem Papier sind wir natürlich nicht Favorit, aber wir wissen um unsere Stärken. Wir hoffen, dass wir ein 1:1 oder 2:0 schaffen nach den Einzeln - das wäre uns am allerliebsten." Am Montag stand für Pütz und Krawietz noch ein Regenerationstag auf dem Programm.

Letzterer sagte zu den Vorteilen des Doppels mit Pütz auf Nachfrage: "Wir sind gut befreundet und kennen uns sehr lange, deswegen läuft es. Wir haben nicht allzu viele Matches zusammen gespielt, aber nun zwei Mal das entscheidende Doppel gewonnen."

Trainer Michael Kohlmann: Haben nichts mehr zu verlieren

Die Briten sind von den Ranglistenpositionen favorisiert. Cameron Norrie (Weltranglisten-12.) überraschte in diesem Jahr mit seinem Sieg beim Masters-Turnier in Indian Wells und rückte bei den ATP Finals ins Teilnehmerfeld nach. Auch Daniel Evans (25.) steht deutlich vor Struff (51.) und Koepfer (54.). Zudem haben die Briten wie die Deutschen Weltklasse-Doppelspieler. "Ich bin positiv eingestellt und habe ein gutes Gefühl", sagte Trainer Michael Kohlmann: "Wir haben uns in dieser schweren Gruppe durchgesetzt und haben jetzt nichts mehr zu verlieren."

Anders als früher werden seit der radikalen Reform nur noch zwei statt vier Einzel gespielt. Das Doppel bildet den Abschluss statt den Mittelpunkt. Überraschungen sind schneller möglich. Gewinnt das deutsche Team, reist es von Innsbruck nach Madrid. Bisher sind neben Innsbruck noch Madrid und Turin die Austragungsorte, ab dem Halbfinale geht es nur noch in Spaniens Hauptstadt weiter.