Spieler der Löwen Frankfurt jubeln.

Eis, Eis, Baby: Hessens Eishockey-Clubs starten in die neue DEL2-Saison. In Kassel wird sich vieles anfühlen wie vor der Pandemie, der Traum vom Aufstieg kann diesmal aber nur in Frankfurt wahr werden.

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Audioseite Mit Fans und Stimmung: Saisonstart in der DEL2

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Aufstiegsträume bei den Löwen Frankfurt, Neuanfang bei den Kassel Huskies, Jubiläums-Emotionen beim EC Bad Nauheim: In der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) gibt es auch in der Saison 2021/22 geballte Hessen-Power. Allerdings: Gehen die Planungen der Löwen auf, ist das Trio vorerst zum letzten Mal in einer Liga vereint.

Nach der im Frühsommer erfolgreich hinterlegten Bewerbung auf eine Erstliga-Lizenz peilt Frankfurt einmal mehr den Aufstieg und damit die Rückkehr in die DEL an. Der ESC ist der einzige Zweitligist, der - den Titelgewinn vorausgesetzt - ein sportliches Aufstiegsrecht besitzt. Heißt konkret: Wird im April 2022 ein anderer Club DEL2-Meister, gibt es keinen Aufsteiger. Vorjahresfinalist Kassel steht nach Formfehlern bei der eigenen Bewerbung vor einem Übergangsjahr.

DEL2-Chef: "... dann sind die Löwen die Gejagten"

"Wenn sie erfolgreich spielen, dann sind die Löwen die Gejagten", bringt Zweitliga-Chef René Rudorisch die Ausgangslage vor dem Saisonstart am Freitag auf den Punkt. Eine (Favoriten-) Rollenzuweisung, gegen die sie sich in der Eissporthalle am Ratsweg nicht wehren. "Wir wollen vorne mitspielen, das ist immer unser Anspruch", sagt Frankfurts Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.

"Wir werden uns nicht verstecken. Der Aufstieg wäre eine tolle Sache - und ich sehe es positiv, dass wir die einzige Mannschaft sind, die die Möglichkeit dazu hat. Aber es gibt von Vereinsseite keinen Druck", so Fritzmeier, der seit 2017 für die Löwen tätig ist und zu Profi-Zeiten auch für die Huskies aktiv war. In der vergangenen Spielzeit, in der der Hessische Rundfunk beide Clubs im Rahmen der Doku-Serie "Es kann nur einen geben!" die komplette Saison über begleitet hat, waren die Frankfurter im Play-off-Viertelfinale am späteren Aufsteiger Bietigheim gescheitert.

Dass Manager Fritzmeier vorsorglich jeglichen Druck von der Mannschaft und auch vom neuen Trainer-Duo Bohuslav Subr/Jan Barta nimmt, hat einen bestimmten Grund: Seit ihrer Gründung 2013 ist die DEL2 sportlich immer ausgeglichener geworden. Glasklare Favoriten oder einen Abstiegs-Kandidaten Nummer 1? Gibt es nicht mehr. 'Jeder kann jeden schlagen' gilt im Fußball vielleicht noch für einige, wenige Pokalrunden - in der zweiten Eishockey-Liga gibt es das in nahezu allen der insgesamt 364 Partien an den 52 Hauptrundenspieltagen.

"Die Liga wird auch in dieser Saison wieder sehr spannend", prognostiziert Fritzmeier, der neben den Ravensburg Towerstars, den Dresdner Eislöwen und dem mit namhaften Neuzugängen gespickten EV Landshut allen voran den Dauerkonkurrenten aus Nordhessen auf dem Zettel hat: "Kassel hat eine Top-Saison gespielt und viele Spieler gehalten - sie werden wieder vorne mitspielen."

Kassel Huskies: modernere Halle, neue Euphorie

Bei den Huskies wird man solche Aussagen sicherlich gerne hören, gerade nach dem turbulenten Sommer 2021. Die Enttäuschung über den knapp verpassten DEL-Aufstieg war gerade verflogen, da folgte Anfang Juni ein großer Knall: Weil der Club bei der Bewerbung auf eine mögliche Aufnahme ins Oberhaus Fehler gemacht hat, ist eine Rückkehr in die erste Liga auch 2022 praktisch ausgeschlossen. Der ECK bleibt damit für mindestens zwei weitere Jahre in der zweiten Liga.

Doch allen Rückschlägen zum Trotz haben die Schlittenhunde im Laufe des Jahres so etwas wie einen "Neubeginn light" eingeläutet: Ein starker Kader um den nach Kassel zurückgekehrten Top-Scorer Jamie MacQueen und insbesondere die grundlegende Modernisierung der mehr als vier Jahrzehnte alten Eissporthalle haben bei den Fans eine neue Euphorie entfacht.

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zum Video Die Kassel Huskies werkeln an ihrer neuen Eissporthalle

Die neue Halle der Kassel Huskies
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Dank 2G-Regelung und einer erneuerten Abstimmung mit dem Kasseler Gesundheitsamt dürfen die Huskies ihre Halle ab sofort wieder voll machen und schon zum ersten Heimspiel gegen Bad Tölz (Freitag, 19.30 Uhr) vor bis zu 6.100 Fans spielen. In Frankfurt gilt zunächst eine Zulassung von maximal 3.226 Zuschauern, beim EC Bad Nauheim, wo in diesem Jahr 75 Jahre Eishockey in der Kurstadt gefeiert wird, dürfen 3.000 Fans ins Colonel-Knight-Stadion.

Die Hoffnung der gesamten Liga: Endlich wieder an die Vor-Corona-Zeiten anknüpfen, als die DEL2 2019/20 mit durchschnittlich 2.800 Zuschauern pro Partie die beliebteste zweite Eishockey-Liga in Europa war.

Corona-Sonderhilfen drücken Umsätze in die Höhe

Ein Ziel, hinter dem natürlich auch ein wirtschaftlicher Antrieb steckt: In der vergangenen Saison waren die Umsätze aller Clubs pandemiebedingt von 42 Millionen auf 35 Mio. Euro zurückgegangen. In dieser Runde planen die Vereine mit insgesamt 40,4 Mio. Euro - inklusive Corona-Sonderhilfen. Es ist also alles vorbereitet: für die Aufstiegsträume der Löwen Frankfurt, für den Neuanfang der Kassel Huskies und für die Jubiläums-Emotionen beim EC Bad Nauheim.

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So startet die DEL2

Die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) startet an diesem Freitag (19.30 Uhr) in die neue Saison. Für Aufstiegskandidat Löwen Frankfurt geht es mit einem Auswärtsspiel beim EHC Freiburg los, der EC Bad Nauheim beginnt mit einem Heimspiel gegen den EV Landshut. Die Kassel Huskies treten - ebenfalls daheim - gegen die Tölzer Löwen an. Insgesamt gehen in der DEL2 14 Clubs an den Start.

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