Spielszene vom DEL2-Derby zwischen Kassel und Frankfurt

Der Saisonstart der DEL2 ist wegen Corona in den November verschoben worden. Das stellt die hessischen Eishockey-Teams vor diverse Probleme.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutscher Eishockeybund mit Hygienekonzept für neue Saison

Jubel beim EC Bad Nauheim
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Die DEL hat es vorgemacht, die DEL2 zog vor einigen Tagen nach: Der Saisonstart, ursprünglich für den 2. Oktober geplant, soll nun erst Anfang November erfolgen. Sportlich und finanziell ist das eine große Herausforderung für den EC Bad Nauheim, die Kassel Huskies und die Löwen Frankfurt.

Alle hoffen auf die Rückkehr der Zuschauer

"Grundsätzlich ist die Entscheidung richtig im Sinne der ganzen Liga. Solange wir nicht in allen Bundesländern mit den Teams vor Zuschauern spielen können, kann die Liga nicht starten", erklärt Andreas Ortwein, Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, die aktuellen Probleme der DEL2: unterschiedliche Corona-Regelungen in den Bundesländern sowie die fehlende Möglichkeit, vor Zuschauern spielen zu können.

Es müsse in Richtung Oktober/November eine Lösung für alle Hallensportarten her, um mit Zuschauern agieren zu können, so Ortwein: "Sonst wird es überall ganz schwer, die Krise zu überleben."

Einigkeit bei Roten Teufeln, Huskies und Löwen

Auch die Kassel Huskies sprechen von einer "richtigen Entscheidung": "Wir müssen innerhalb der Liga gleiche Bedingungen haben und hoffen alle gemeinsam, Anfang November wieder vor Zuschauern spielen zu können", hieß es aus der Pressestelle des Vereins, der dafür schon ein ausführliches Konzept erstellt und vorgelegt hat.

Die Antwort von Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen Frankfurt, zeigt, dass alle das gleiche Ziel haben: "Die Liga und ihre Teams werden alles daran setzen, dass am 6. November ein Saisonstart mit Zuschauern erfolgen kann."

Wirtschaftliche Probleme durch Verschiebung

Wirtschaftlich schmerze die Verschiebung sehr, so Krämer, ohne über weitere Details Auskünfte geben zu wollen. Ortwein befürchtet für Bad Nauheim das Problem einer Termin-Dichte für die Eishallen-Betreiber, wenn hinten raus länger gespielt werden muss.

In Kassel sieht man die wirtschaftliche Gesamtsituation durch die außergewöhnliche Lage "für jedes Unternehmen und jeden Sportverein angespannt": "Die Konsequenzen bekommen wir seit dem 10. März, an dem wir unsere Saison abgebrochen haben, zu spüren." Der ECK findet aber auch eine positive Sicht auf die Dinge: "Durch den verschobenen Beginn haben wir nun etwas mehr Zeit, einen geregelten Saisonstart mit Zuschauern zu planen und zu realisieren."

"Eine sehr schwierige Zeit für alle Spieler und Trainer"

Allerdings: Auch die sportliche Vorbereitung gerät durcheinander. "Die Verschiebung wirft uns in unserer Vorbereitung natürlich zurück", sagt Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor der Löwen Frankfurt. "Ein Teil der Spieler bleibt in Kurzarbeit. Ein anderer Teil der Spieler darf auch weiterhin gar nicht mit uns trainieren. Die Liga hat hier Verträge mit aufschiebender Wirkung in Kraft gesetzt gehabt. Diese Verträge, die eigentlich seit dem 1. August gültig wären, greifen erst einen Monat vor dem tatsächlichen Saisonstart. Es ist eine sehr schwierige Zeit für alle Spieler und Trainer."

"Es wird für die Spieler immer schwerer, ihren Rhythmus zu halten. Normal sind wir jetzt auf dem Eis und gehen in Vorbereitungs-Spiele. Wir müssen nun gemeinsam mit dem Trainer schauen, so gut es geht, einen geregelten Trainingsbetrieb anzubieten", skizziert Ortwein die Situation in Bad Nauheim.

Individuelle Pläne für die Schlittenhunde

In Kassel halten sich die Spieler individuell fit und stehen in dieser "unangenehmen Situation für jeden" (Geschäftsführer Joe Gibbs) in regelmäßigem Austausch mit sportlicher Führung und Trainer: "Wann genau unsere Mannschaft wieder gemeinsam aufs Eis geht, können wir aktuell noch nicht sagen."