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Rekordmeister Timo Boll ist zum 13. Mal deutscher Tischtennis-Meister geworden. Beim Heimspiel in Wetzlar erlebte der Routinier einen emotionalen Abschied. Bei den Frauen dominierte Nina Mittelham.

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Boll ist deutscher Meister
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Timo Boll hat bei seinem Abschied von den deutschen Tischtennis-Meisterschaften ein standesgemäßes Schlusskapitel seiner 22-jährigen DM-Geschichte geschrieben. Durch seinen 13. Titelgewinn nach einem deutlichen 4:0 im Finale gegen seinen Nationalmannschafts-Kollegen Patrick Franziska krönte sich der Odenwälder  zum erfolgreichsten Teilnehmer der 89-jährigen Turnierhistorie.

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"Es war doch emotionaler als ich gedacht habe und das, obwohl das Finale eindeutig war", sagte Boll nach seinem Sieg dem hr-sport. Fünf Tage vor seinem 38. Geburtstag war der Düsseldorfer von den Standing Ovations des Publikums sichtlich gerührt. "Es war eine tolle Kulisse und ich danke den Fans." Lob gab es auch für Gegner Franziska. "Er hat eigentlich das Zeug, mich zu schlagen", sagte er über den gebürtigen Bensheimer.

Fokus auf die "großen Aufgaben"

Boll, der ab 2020 wegen der gestiegenen Belastungen auf internationaler Ebene nicht mehr bei DM-Turnieren aufschlagen wird, verbesserte zugleich ein letztes Mal seinen vor vier Jahren aufgestellten Einzeltitel-Rekord. "Ich habe noch ein paar Ziele und wenn ich so weiterspiele, habe ich eigentlich keinen Grund aufzuhören", scherzte er. "Aber, ich brauche die restliche Energie, um bei den großen Aufgaben vorn mitspielen zu können. Deshalb war der Schritt richtig und wichtig."

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Franziska verliert Finale
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Der Abschied von den Deutschen Meisterschaften sei ein erster, emotionaler Vorgeschmack auf sein Karriereende. Das werde aber noch "drei, vier, fünf Jahre" dauern. Eine offizielle Verabschiedung gab es deshalb nicht. "Ich habe noch zu viel Spaß, um aufzuhören. Und ich spiele ja auch noch ganz ordentlich", so Boll.

Mittelham dominiert Frauen-Finals

Da musste ihm auch Final-Gegner Franziska zustimmen. "Timo hat verdient gewonnen", sagte er. "Er hat einfach besser gespielt. Mir hat nach den vielen Spielen einfach die Konzentration gefehlt." Franziska hatte zuvor gemeinsam mit Ricardo Walther bereits das Doppel-Finale bestritten, gegen Benedikt Duda (Bergneustadt) und Dang Qiu (Grünwettersbach) allerdings eine 1:3-Niederlage kassiert. Das Mixed Finale an der Seite von Petrissa Solja (TSV Langstedt) konnte er gegen Walther und Shan Xiaona (Berlin) 3:2 gewinnen.

Den Titel bei den Damen sicherte sich dann ebenfalls Doppel-Europameisterin Mittelham. Die Berlinerin trat durch einen 4:1-Endspielsieg gegen Petrissa Solja (Langstadt) die Nachfolge der erkrankt fehlenden Titelverteidigerin Han Ying (Düsseldorf/Tarnobrzeg) an. Mittelham setzte sich im Finale des Doppels gemeinsam mit Franziska Schreiner (Busenbach) mit 3:1 gegen Caroline Hajok (Börßum) und Luisa Säger (Offenburg) durch.