Kassel Huskies

Der falsch-positive Schnelltest bei den Kassel Huskies hat mal wieder gezeigt: Diese DEL-2-Saison ist alles andere als normales Eishockey. Dennoch sind die Huskies und die Liga vom Konzept für den Spielbetrieb überzeugt.

Es war ein Schock für die Kassel Huskies, aber einer, auf den der Club gefasst war. Wenige Stunden vor dem Hessenderby gegen die Löwen Frankfurt fiel in der vergangenen Woche einer der Schnelltests der Spieler positiv aus. Das Team musste in Quarantäne, das Spiel wurde abgesagt, der Spieler mit einem PCR-Test erneut getestet. Dann die Erleichterung: Negativ. Seit Dienstag können die Nordhessen wieder trainieren.

Es reicht ein Blick auf die Tabelle, um zu sehen, dass die aktuelle DEL2-Runde keine normale ist. Wo der eine Verein schon zehn Partien auf dem Buckel hat, haben andere erst fünf Spiele gemacht. Was Wunder inmitten einer grassierenden Pandemie, die bereits diverse Spielverlegungen gefordert hat.

"Wir sind mit dem Konzept zufrieden"

Dennoch ist man seitens der Liga mit dem bisherigen Verlauf der Saison nicht unzufrieden. "Insgesamt ist das Zwischenfazit positiv, wobei wir natürlich durch die Spielverlegungen und Quarantänefälle Verschiebungen im Spielplan hatten", sagt René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL 2 gegenüber dem hr-sport. "Aber insgesamt, das ist das Wichtigste, ziehen die Spieler und Clubs positiv mit und sind bereit, sich auf die schwierige Situation einzulassen."

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Das sieht auch Manuel Klinge so, als Huskies-Sportdirektor am vergangenen Wochenende quasi im Auge des Orkans. "Wir sind mit dem Konzept zufrieden, weil wir gesehen haben, dass die Mechanismen gut funktionieren.", so Klinge. "Wir sind im Falle des positiven Schnelltests dem Protokoll gefolgt und konnten das Risiko dadurch so gering wie möglich halten."

"Wir sind mit den Schnelltests gut aufgestellt"

Die verwendeten Schnelltests haben dabei Vor- und Nachteile gleichermaßen. So haben sie beispielsweise zwar eine höhere Quote falsch-positiver Ergebnisse, weisen also wie im Fall der Huskies einen gesunden Spieler als erkrankt aus. Dafür sind sie aber kostengünstiger und schneller als die PCR-Tests, die dann zurate gezogen werden, wenn ein Schnelltest positiv ausfällt. "PCR-Tests sind aus Kostengründen illusorisch und bedeuten auch einen größeren Aufwand. Wir sind mit den Schnelltests gut aufgestellt", so Klinge.

Mit dem Ergebnis, das der Kasseler Coronafall letztlich keiner war, glücklicherweise, sondern eher ein Warnschuss. "Man wird daran erinnert, dass dieses Virus allgegenwärtig ist und man überall alarmiert sein muss", so Klinge. "Wir müssen uns nach bestem Wissen und Gewissen verhalten, das wurde uns durch den positiven Schnelltest noch einmal als Spiegel vorgehalten. Das Virus kann immer und jederzeit zuschlagen."

"Im Frühjahr sehen wir, ob wir den normalen Modus komplett durchspielen können"

DEL-2-Boss Rudorisch kann davon ein Liedchen singen, schließlich ist er es, der den Spielbetrieb aufrechterhalten und umorganisieren muss. Noch klappt das gut. Aber auch Rudorisch weiß: "Umso länger die Saison geht, umso schwieriger wird es mit den Spielverlegungen. Momentan haben wir einen guten Stand, auch weil wir ohne Ticketing Spiele einfacher verlegen können."

Man sei mit den Verlegungen mittlerweile im Januar, Anfang Februar angekommen, so Rudorisch. "Da ist noch Luft, weil die Hauptrunde bis Mitte April angesetzt ist. Im Frühjahr sehen wir, ob wir den normalen Modus komplett durchspielen können." Falls absehbar werde, dass der reguläre Verlauf schwierig wird, würde man sich in der Liga über Alternativen austauschen.

"Es überwiegt die Freude, überhaupt spielen zu können"

Noch wird aber ja gespielt, wenngleich die Saison 2020/21 allen Beteiligten höchste Flexibilität abverlangt. Und vor allem positives Denken. "Aus Kasseler Sicht überwiegt die Freude, überhaupt spielen zu können", sagt Klinge. "Es sind geänderte Abläufe, man muss flexibel sein. Aber das war uns vor der Saison bewusst und ist uns nach wie vor bewusst. Es wird eine schwierige Saison, aber wir fühlen uns gewappnet und sehen keinen Grund für Panik".

Ähnlich sieht das Rudorisch. "Wir sind Sportler, wir sind im Herzen immer zuversichtlich", sagt er. "Die Solidarität in der Liga ist groß, alle ziehen mit, auch wenn es mal weh tut." Dabei hat er freilich auch immer die wirtschaftliche Stabilität der Clubs im Auge. "Das klappt bislang sehr gut, wie lange, wird sich zum Jahreswechsel zeigen", so Rudorisch. "Dann erwarten wir seitens der Politik eine Aussage, wie Unterstützungspakete auch für das neue Jahr aussehen können, um die Clubs finanziell in ruhiges Fahrwasser zu bekommen."