Tom Stein Marathon

Alle Sportveranstaltungen sind momentan aufgrund der Corona-Krise abgesagt - auch Marathons. Das brachte den Grünberger Tom Stein auf eine nicht unbedingt alltägliche Idee.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Läufer Stein: "Dann mache ich einen Spendenmarathon"

Turnschuhe laufen Läufer
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Das sportliche Leben in der aktuellen Corona-Krise liegt brach. Großveranstaltungen sind abgesagt, Sport-Events finden nicht statt. Auch keine Marathons - wie der in Hamburg, der an diesem Sonntag stattfinden sollte. Tom Stein aus Grünberg wollte eigentlich in der Hansestadt mitlaufen. Daraus wird nichts. Das Laufen an sich ist aber nicht verboten. Und genau das brachte Stein auf eine besondere Idee.

Der Hesse läuft daher in Grünberg an eben diesem Sonntag seinen eigenen Marathon. Alleine, ohne Zuschauer am Straßenrand, auf einer Tartanbahn - und zwar für einen guten Zweck. Stein will damit für die Station Peiper im Uniklinikum Gießen, auf der leukämie- und krebskranke Kinder behandelt werden, Spenden sammeln. Seit zwei Wochen klappert er - neben dem Training - dafür Unternehmen ab, zudem gibt es einen Paypal-Spendenlink.

"Die Idee kam relativ schnell"

Die Idee dazu kam dem 33-Jährigen schon früh nach der Hamburger Absage. Nachdem er im Internet ein Video von einem Franzosen sah, der auf seinem eigenen Balkon einen Marathon lief, war sein eigenes Solo-Marathon-Vorhaben geboren. "Ich bin im Training geblieben. Die Idee kam dann relativ schnell", berichtet Stein, der seit 2008 jährlich mindestens ein Mal einen Marathon läuft und auch schon dreimal am Ironman in Frankfurt teilgenommen hat.

Absolviert wird das ganze auf einer Sportplatz-Tartanbahn. Wo genau? Das bleibt geheim. Der Grund ist klar: Menschenmassen sind aufgrund des Coronavirus verboten. Stein musste den örtlichen Behörden versprechen, dass lediglich seine Freundin anwesend sein wird, die ihn mit Getränken versorgt und auch ein wenig anfeuert.

Anfeuerung fehlt beim Solo-Marathon

Das komplette Marathon-Feeling wird sie am Sonntag aber nicht simulieren können. "Das wird auf jeden Fall einsam. Die Anfeuerung der Leute fehlt natürlich", sagt der Grünberger ehrlich. "Darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Ein Marathon ist auch eine mentale Anstrengung."

Wenn Stein am Sonntag aber in seinem Trikot der Feuerwehr seine Runden dreht, weiß er, wozu die Schinderei gut ist. "Der Gedanke daran, wofür ich das mache, pusht mich sehr." Das erlaufene Geld soll in Tablets investiert werden, damit Kinder auf der Station Peiper, die aufgrund der Corona-Krise ihre Familie nicht sehen können, online in Kontakt bleiben können. Ein Zweck, für den man sich auch mal 42,195 Kilometer quälen kann.