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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schäfer: "Die olympischen Spiele sind das Größte für mich"

Kai Schäfer Badminton

Einmal bei Olympia dabei sein – für Badminton-Spieler Kai Schäfer aus Darmstadt ein "unwirklicher Traum". Jetzt steht er kurz davor, dass dieser Traum Wirklichkeit wird. Doch die Entscheidung liegt nicht nur in seiner Hand.

Das Glück von Kai Schäfer, es liegt in Caldas da Rainha. In der portugiesischen 50.000-Einwohner-Stadt, ein paar Kilometer nördlich von Lissabon, geht es für den Darmstädter um nicht weniger als alles. Wo andere an der Atlantikküste Urlaub machen, kämpft der 27-Jährige auf dem Badminton-Court um seinen Lebenstraum: Die Teilnahme an Olympia.

An diesem Wochenende tritt Schäfer bei den "Portuguese International Championships" an. Das Turnier ist für den Darmstädter die wohl letzte Chance, wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln, denn diese Liste ist entscheidend dafür, wer bei Olympia dabei sein darf und wer nicht. Die Besten 32 schaffen es nach Tokio, Schäfer steht aktuell auf Platz 30. "Das wäre eine absolute Auszeichnung und Ehre, Deutschland bei Olympia vertreten zu dürfen", so Schäfer, der im Verein für den SV Fun-Ball Dortelweil in der Badminton-Bundesliga spielt.

Für Schäfer wäre es der ganz große Wurf. Zweimal ist er schon Vizemeister geworden, einmal bei den Deutschen Meisterschaften 2018, dann bei der Europameisterschaft mit der Mannschaft 2019. Und jetzt Olympia? "Die Vorfreude ist riesig!", so Schäfer, der im Verein für den SV Fun-Ball Dortelweil in der Badminton-Bundesliga spielt.

Erst Portugal, dann Tokio?

Die Championships in Portugal könnten auch das letzte große Badmintonturnier vor Olympia generell sein: Noch steht die Entscheidung aus, ob die beiden geplante Turniere in Malaysia und Singapur wegen der anhaltenten Corona-Pandemie stattfinden können. Fallen diese aus, stehen die Olympia-Chancen für Schäfer noch besser. Am 15. Juni wird der Schlussstrich in der Badminton-Weltrangliste gezogen. Die 32 besten Spieler fahren nach Tokio. Ein komplexes Rechenspiel.

Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton Verbands, hat mehrere Szenarien durchgerechnet und sagt: "Mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit wird Kai bei Olympia mit dabei sein." Nach der sportlichen Qualifikation steht noch die Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportsbund (DOSB) an. Dass Schäfer dabei für das Herren Einzel berücksichtigt wird, ist eher eine formelle Sache.

Nach dem frühen EM-Aus, aber vor dem Traum von Olympia

Und doch ist der Weg nach Olympia über Portugal eher ein Umweg. Bei der Badminton-Europameisterschaft Ende April hätte Schäfer schon für die Vorentscheidung sorgen können, schied dort aber bereits im Auftaktspiel aus. Das aber gegen den aktuellen Weltranglistendritten, weshalb Schäfer das Positive aus dem Turnier mitnimmt: "Happy war ich nach der Niederlage natürlich nicht, aber ich war zufrieden mit meiner Leistung und es hat gezeigt, dass ich mit den besten der Welt mithalten kann."

Sollte es mit Olympia klappen, lautet daher das selbst selbstgestecktes Ziel "Achtelfinale", und er fügt mit einem Lächeln hinzu "Soweit erst einmal kommen und dann für eine Überraschung sorgen."

Neben dem sportlichen Ziel hat Schäfer aber noch eine zweite Hoffnung für die Zeit in Tokio: "Trotz Corona hoffe ich, dass von dem olympischen Flair etwas bleibt". Von Sportkollegen habe er schon einiges erzählt bekommen, wie es ist, bei Olympia mit dabei zu sein. Darauf freut er sich schon. Eine Packliste hat er aber noch nicht angefangen. "Erst wenn definitiv feststeht, dass ich dabei bin, mache ich mir darüber Gedanken". Einen wichtigen Schritt nach Tokyo kann er am Wochenende schon machen, im kleinen Caldas da Rainha in Portugal.